Die Zukunft der Orden

Geht den Orden der Nachwuchs aus?

Im Gegensatz zu früheren Jahrhunderten und noch bis hinein in die 1950er Jahre kommt Ordensnachwuchs heute nicht mehr von selbst. Die Zahl der Menschen, die sich für ein Leben im Kloster entscheiden, nimmt kontinuierlich ab. Im Jahr 2008 gab es beispielsweise 101 männliche Novizen in Deutschland, 2009 sank die Zahl auf 94. Die Zahl der Novizinnen in der Bundesrepublik liegt nur unwesentlich höher: 101 waren es im Jahr 2009. Angesichts solcher Entwicklungen muss man sich fragen, wie die Zukunft der Orden im einundzwanzigsten Jahrhundert überhaupt aussehen kann. Es ist zu beobachten, dass Konvente mit jungen Mitgliedern auch für weitere junge Menschen interessant sind. Gibt es in den Klöstern zwei bis drei Novizen, so ist dies ein Anreiz für andere junge Interessenten. Man kann sich so im Noviziat mit Gleichaltrigen austauschen und ist nicht alleine in einem Kreis von wesentlich Älteren. Ein Beispiel hierfür ist der Konvent der Zisterzienserinnenabtei Waldsassen. Dort sind in den letzten Jahren einige junge Frauen eingetreten, die der Abtei auch Zukunftsperspektiven geben. «Unsere Gemeinschaft lebt und ist nicht erstarrt», sagte mir eine Novizin zur Begründung, weshalb sie sich für Waldsassen entschieden habe.

 
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