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4. Lernförderliche Übungsphasen

„Mit Lernern zu üben und ihnen gleichzeitig das Üben als Strategie zu vermitteln, ist eine Aufgabe ge-

lingenden Unterrichts."

(Arnold & Schreiner, 2009, S. 247)

Da im empirischen Teil der Arbeit Übungsphasen im Leseunterricht ausgewertet werden, wird in diesem Kapitel der Theorieund Forschungsstand zu Übungen im Unterricht skizziert. Dabei werden vorwiegend die für die Arbeit bedeutsamen pädagogisch-didaktischen Aspekte herausgegriffen. Zunächst wird der Begriff der Übung geklärt und deren Gegenstände und Ziele werden aufgezeigt (4.1). Anschließend wird auf die Bedeutsamkeit und Häufigkeit von Übungen im Unterricht eingegangen (4.2). Als Basis für die empirische Analyse werden schließlich verschiedene Merkmale lernförderlicher Übungssituationen knapp dargestellt (4.3).

4.1. Begriffsklärung und Grundlagen

Übung als didaktischer Begriff wird als ein „Teilprozess des Lernens“ (Arnold & Lindner-Müller, 2010, S. 870) aufgefasst und bezeichnet solche Lernaktivitäten, die einsetzen, wenn der anfängliche Erwerb von Wissen über ein Stoffgebiet schon erfolgt ist (Aebli, 2001; Helmke, Schrader & Weinert, 1987; Renkl, 2005), wobei das Wissen hierbei sowohl deklarativ als auch prozedural sein kann (Renkl, 2005). Ziel ist aber meist anwendbares Wissen und Können (Heymann, 2008). Arnold und Lindner-Müller (2010) definieren Üben dementsprechend als „das häufige und teilweise systematisch variierte Ausführen bekannter Lernhandlungen, um Leistungsverhalten zu festigen und zu verbessern“ (S. 870). Konzeptualisiert man Üben allerdings als „Optimierungskomponente bedeutungsvollen Lernens“ (Arnold & Lindner-Müller, 2010, S. 873), so wird die Abgrenzung vom Wissenserwerb selbst schwieriger. Auf diesen Aspekt wird in Abschnitt 4.3 eingegangen.

Helmke (2009) systematisiert als verschiedene Gegenstände des Übens den Erwerb von Faktenwissen, das Üben der Grundrechenarten, das Problemlösen sowie den Erwerb von Handlungen und Fertigkeiten, wobei die in dieser Arbeit untersuchten Leseübungen vorwiegend dem letztgenannten Bereich zuzuordnen sind. Arnold und Kollegen (Arnold & LindnerMüller, 2010) unterscheiden folgende Gegenstände: wenig bis eher schwach verbundene Wissenselemente, seriell geordnete Wortoder Handlungsfolgen, Anwendung schematisierter Aufgabenlösungen und die Bearbeitung regelbasierter Problemlöseaufgaben. Je nach Inhalt und Art der Leseübung könnte diese dem dritten oder vierten Bereich zugeordnet werden.

Auch die Ziele des Übens werden von verschiedenen Autoren systematisiert (z. B. Arnold & Lindner-Müller, 2006, 2010; Heymann, 2005; Renkl, 2005; Weiss & Lerche, 2008). Sinnvoll zur Einordnung des Leseübens ist zum einen die Unterscheidung nach Arnold und Lindner-Müller (2006, 2010), nach der es beim Üben darum gehen kann, das erworbene Leistungsniveau zu erhalten, die bisherige Leistung in Bezug auf Geschwindigkeit, Automatisierung und Genauigkeit/Fehlerfreiheit zu verbessern oder möglichst wenige konkurrierende Verhaltensweisen anstelle der gewünschten auszuführen. Eine weitere hilfreiche Klassifikation stammt von Renkl (2005), der das Üben zur Automatisierung, zur Transfersteigerung und zur Qualitätssteigerung voneinander abgrenzt. Alle genannten Ziele können je nach Schwerpunktsetzung beim Üben des Lesens von Bedeutung sein.

 
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