Was war die erste Modezeitschrift der Welt?

Als erste Modezeitschrift der Welt gilt der Mercure galant, der die Pariser Haute Volee ab 1672 über das Leben am Hof, Kultur, Lebensart, aktuelle Debatten und eben auch Mode informierte. Gegründet hatte sie der Schriftsteller Jean Donneau de Vise (1638-1710). 1674 wurde die Publikation vorübergehend eingestellt, um nur drei Jahre später unter dem neuen Titel Nouveau Mercure galant wiederaufgenommen zu werden. Ab 1724 nannte sie sich Mercure de France und erschien immerhin über einen Zeitraum von gut 100 Jahren, bis sie 1825 eingestellt wurde. Der Ende des 19. Jahrhunderts herausgebrachte gleichnamige Nachfolger brachte dann keine Modethemen mehr, sondern spezialisierte sich auf Literatur. Berühmt wurde die Gazette ohnehin nicht durch Mode, sondern vor allem dadurch, dass sie eine Schlüsselrolle in einer für die französische Literaturgeschichte sehr wichtigen Kulturdebatte, der «Querelle des Anciens et des Modernes», spielte. Die Bezeichnung «Modezeitschrift» ist somit nicht ganz korrekt.

Eher trifft diese dann schon auf die Galerie des Modes zu, eine ebenfalls in Paris erschienene Publikation. Sie enthielt auch zahlreiche Abbildungen in Gestalt von Modekupfem. Die Galerie des Modes beschrieb die neuesten Trends, die sie detailgerecht illustrierte. Sie bestand nur wenige Jahre, von 1778 bis 1787. Als Vorläufer einer Modezeitschrift kann man möglicherweise auch eine Serie von Kupferstichen zu Mode und Kostümhistorie werten, die zwischen 1775 und 1783 entstand. Sie erschien unter dem Titel Le Monument du Costume.

In Deutschland gab es von 1786 bis 1827 das Journal des Luxus und der Moden (das allerdings mehrfach den Titel wechselte und zwischenzeitlich z.B. Journal für Literatur, Kunst, Luxus und Mode hieß). Mit vielen kolorierten Kupferstichen illustrierte es die Trends in den europäischen Metropolen, zudem gab es Beiträge zu Musik und Kunst, Innenarchitektur, Gartengestaltung und Politik. Thematisch war die monatlich erscheinende Zeitschrift also schon recht nah dran an einigen der heutigen Modezeitschriften, allerdings kam sie in Form einer Loseblattsammlung heraus und umfasste lediglich etwa 30 Seiten.

 
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