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6.2.6. Feedback

Feedback ist eine bedeutsame Komponente in der Unterrichtskommunikation, deren Grundmuster aus Fragen oder Aufgaben der Lehrperson besteht, auf die Schülerantworten folgen, welche wiederum von der Lehrperson evaluiert werden (Bak, 1996; Bellack et al. , 1974; Ehlich & Rehbein, 1979; Faust-Siehl, 1987; Flanders, 1970; Lüders, 2003; Mehan, 1979; Richert, 2005; Sinclair & Coulthard, 1977). Dieses Muster ist grundsätzlich sowohl im öffentlichen Unterricht als auch in Schülerarbeitsphasen zu finden (Lüders, 2003). Der Feedback-Begriff stammt ursprünglich aus der Kybernetik und „bezeichnet die Rückmeldung, Rückkoppelung oder ‚Rückfütterung' von Informationen“ (Richert, 2005, S. 58) in einem Regelkreis, der Istund Sollwerte reguliert (vgl. auch Draper, 2005; Kulhavy & Stock, 1989; Landwehr, 2003; Narciss, 2006). Feedback kann grundsätzlich vom Lerner selbst, von der Umwelt oder der Lehrperson ausgehen (Draper, 2005; Richert, 2005), wobei in der vorliegenden Arbeit das Feedback durch die Lehrperson im Sinne der Bereitstellung eines kognitiv anregenden Unterrichtsangebots fokussiert wird. Nach Hattie und Timperley (2007) ist Feedback „information provided by an agent […] regarding aspects of one's performance or understanding” (S. 81). Feedback erfolgt also nach einem Lernverhalten, ist vom Lerner beobachtbar und beschreibt die Effekte seines Lernverhaltens (Mayer, 1995). Ziel von Feedback ist dabei die Verringerung der Diskrepanz zwischen der momentanen Leistung und dem gewünschten Lernziel (Hattie & Timperley, 2007; Sadler, 1989). Ähnlich definiert Lipowsky (2009) in Anlehnung an Mory (2004) Feedback im schulischen Kontext als „jede Art von Rückmeldung […], die den Lernenden über die Richtigkeit seiner Antwort bzw. seiner Aufgabenlösung informiert […] oder die dem Lernenden inhaltliche und/oder strategische Hilfen und Informationen zu dessen Bearbeitungsprozess zur Verfügung stellt“ (S. 87). Spanhel (1980) unterscheidet als Formen von Feedback beispielsweise Feststellungen, Beurteilungen, Wiederholungen, Verbesserungen und nonverbale Rückmeldungen. Je nachdem, wie weit der Begriff Feedback gesehen wird, zählen einfache Bekräftigungen wie Lob oder Tadel zum Bereich Feedback dazu oder nicht (z. B. Hattie & Timperley, 2007; Lipowsky, 2009; Mory, 2004; Renkl, 1991). Grundsätzlich kann außerdem eine behavioristische Sichtweise von Feedback von einer kognitiven Perspektive unterschieden werden. Nach der behavioristischen Sicht ist das Ziel von Feedback durch Belohnung oder Bestrafung die zukünftige Auftretenswahrscheinlichkeit bestimmter Verhaltensweisen zu verändern. Nach der kognitiven Perspektive ist Feedback hingegen eine Information, die vom Lerner wahrgenommen, interpretiert und gegebenenfalls genutzt wird, sodass Feedback das Verhalten nicht automatisch ändert (z. B. Kulhavy & Stock, 1989; Mayer, 1995; Renkl, 1991; Richert, 2005). Feedback kann daher sowohl evaluative Aspekte enthalten als auch zusätzliche Informationen, wobei informatives Feedback nur schwer von Instruktion zu trennen ist (z. B. Hattie & Timperley, 2007; Kulhavy & Stock 1989; Lipowsky, 2009; Narciss & Huth 2004).

 
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