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8.2.3. Aufbereitung und Transkription der Videodaten

Bevor die Unterrichtsvideos inhaltlich ausgewertet werden konnten, mussten die Daten aufbereitet und transkribiert werden. Auch hier war eine Orientierung an früheren Videostudien möglich (z. B. Hugener et al., 2006a; Jacobs et al., 2003; Seidel et al., 2003a). Hierzu werden ebenfalls lediglich die für das Verständnis der folgenden Auswertungen nötigen Schritte kurz erläutert. Die ausführliche Darstellung findet sich bei Berner, Corvacho del Toro, Gabriel und Denn (2013). Nach der Digitalisierung und Synchronisation der Filmund Tonspuren wurden alle Unterrichtsstunden im Time-Sampling-Verfahren (10-Sekunden-Intervalle) mit der Transkriptionsund Kodiersoftware Videograph (Rimmele, 2002) in Anlehnung an verschiedene Richtlinien (Dittmar, 2009; Flick, 2007; Hugener et al., 2006a; Jacobs et al., 2003; Langer, 2010; Seidel et al., 2003a) transkribiert. Die Transkription, die in Videograph parallel zum Video mitläuft, ist für die inhaltlichen Kodierungen insbesondere für zunächst schwer hörbare Schüleräußerungen sehr sinnvoll. Allerdings stellte sie nie die alleinige Grundlage für die Auswertungen dar, sondern es wird immer auch das Video selbst angeschaut, um alle Informationen in die Kodierungen und Ratings mit einbeziehen zu können.

8.2.4. Teilnehmende Klassen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen

Tabelle 2 zeigt einen Überblick über die an der Videostudie teilnehmenden Klassen, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen. Insgesamt nahmen 37 Klassen teil, davon 20 Klassen aus staatlichen Schulen und 17 Klassen aus BIP-Kreativitätsgrundschulen.

Tabelle 2 Informationen zu den teilnehmenden Klassen, Schülern und Schülerinnen sowie Lehrpersonen

1) Angaben zum Alter und zur Berufserfahrung liegen von N = 43 Lehrpersonen vor (24 BIP; 19 staatlich).

Dass sich die Anzahl der Unterrichtsvideos und Lehrpersonen in den BIP-Schulen von der Anzahl der Klassen unterscheidet, hängt mit dem bereits in Abschnitt 8.1 angesprochenen Merkmal der BIP-Schulen zusammen, dass hier im Fach Deutsch meist zwei Lehrpersonen unterrichten, welche die Klasse oft zeitweise aufteilen und in zwei kleineren Gruppen unterrichten (Klassenteilung; vgl. auch 9.2.4 und 9.3.1.2). PERLE filmte in diesen Fällen beide Klassenräume, sodass von einer Klasse zwei Videos resultieren (vgl. auch Lotz et al, 2013a). Im Einzelnen kommen die 30 BIP-Unterrichtsvideos folgendermaßen zustande: In 13 Klassen fand (zeitweise) eine Klassenteilung statt, sodass hier 26 Videos entstanden sind. In den vier weiteren Klassen fand keine Klassenteilung statt, da in drei dieser Klassen die Lehrkräfte jeweils alleine unterrichteten und in der vierten Klasse die zweite Lehrkraft lediglich im Unterricht assistierte, die Klasse aber zu keinem Zeitpunkt aufgeteilt wurde. So ergibt sich auch die Anzahl von 31 Lehrpersonen. Von den insgesamt 51 teilnehmenden Lehrkräften wurde nur ein männlicher Lehrer einer staatlichen Grundschulklasse videografiert. Der Großteil der Lehrpersonen ist zwischen 35 und 45 Jahren alt. Durchschnittlich sind die Lehrpersonen seit etwa 15 Jahren im Schuldienst tätig, wobei dies insgesamt stark variiert (zwischen einem und 35 Jahren Berufserfahrung). Die Lehrpersonen an den BIP-Kreativitätsgrundschulen weisen im Vergleich zu den Lehrpersonen an staatlichen Grundschulen im Schnitt eine deutlich geringere Anzahl an Jahren im Schuldienst auf (durchschnittlich neun Jahre im Vergleich zu 21 Jahren). An der Videostudie nahmen über alle Klassen hinweg 663 Schülerinnen und Schüler teil. Dies entspricht nicht immer der Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die normalerweise in der Klasse sind, da einige Schülerinnen und Schüler von den Eltern nicht die Erlaubnis bekamen, an der Videostudie teilzunehmen. Die Klassengröße am Tag der Videografie variierte daher zwischen 11 und 26 Schülerinnen und Schülern für die Klassen aus staatlichen Schulen (durchschnittlich 20 Schülerinnen und Schüler) und zwischen 11 und 20 Schülerinnen und Schülern für die Klassen aus BIP-Schulen (durchschnittlich 16 Schülerinnen und Schüler). Der Anteil an Jungen und Mädchen ist annähernd gleichverteilt. Die Schülerinnen und Schüler waren zum Zeitpunkt der Videostudie durchschnittlich 7 Jahre und einen Monat alt.

 
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