Wie kam Simon, der Jünger Jesu, zu seinem Beinamen «Petrus»?

Petrus, vermutlich ein wohlhabender Fischer am See Gennesaret, dürfte Jesus als «Sponsor» unterstützt haben. Der in seinem Beruf als Bauhandwerker (traditionell: Zimmermann, Markus 6,3) nicht mehr tätige Jesus war damit finanzielle Sorgen los. Der eigentliche Name des Petrus war Simon, Petrus ist nur die griechische Form seines Beinamens Kefa, «Stein, Fels». Jesus selbst erklärt den Beinamen wie folgt: «Du bist Petrus (= Fels), und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen.» (Matthäus 16,18) Hinter diesem Spruch verbirgt sich die Weisheit des Bauhandwerkers: Ein Haus, an einem Hang ohne genügendes Fundament gebaut, rutscht in der winterlichen Regenzeit hangabwärts; nur ein im Felsen fest verankertes Haus übersteht Wind und Wetter (Matthäus 7,24-25). Ein solcher Fels, der Jesu Werk vor dem Ruin bewahrt, ist Simon Petrus. Sein Beiname bedeutet «Felsenmann».

6 Johannes der Täufer «trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um die Hüften» (Matthäus 3, 4). So beschrieben kommt Johannes für eine bildliche Darstellung eher in Betracht als Jesus, von dem die Bibel keine Beschreibung bietet. Vom Jugendstilkünstler in die karge Landschaft am Jordan gesetzt und mit einem Heiligenschein versehen, weist der hagere, asketische, bartlose Jüngling mit ausgestreckten Armen die ganze Welt zurück. -Marcus Behmer, 1903.

Alles, was wir wirklich über Petrus wissen, hat mit Geld und Besitz zu tun. Auf die Frage des Petrus, was für einen Lohn es für jene gibt, die wie er Familie und Beruf verlassen haben, antwortet Jesus, jeder werde Häuser, Brüder, Schwestern, Mütter, Kinder und Äcker erhalten (Markus 10,30). Dieses Wort Jesu ist in der Jerusalemer Urgemeinde Wirklichkeit geworden, die sich als geschwisterliche Gemeinde unter der Leitung des Petrus verstand. Die Autorität des Petrus spiegelt sich in der Überlieferung über die beiden Gemeindemitglieder Hananias und Saphira wider: Dieses Ehepaar hatte einen Acker verkauft, aber nicht den vollen Betrag Petrus zu Füßen gelegt. Ohne dass Petrus dies veranlassen musste, fielen die beiden tot um (Apostelgeschichte 5). Petrus dürfte bis zu seinem Tod der Jerusalemer Gemeinde vorgestanden haben. Die wenig glaubhafte Legende, er sei nach Rom gereist und dort den Märtyrertod gestorben, entstammt einem frühchristlichen Roman (Die Akten des Petrus, ca. 180/200).

 
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