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9.3.2. Die Kodierung der Übungsphasen zur Beschreibung der Sichtstruktur

Die Kodierung der Leseübungsphasen baut auf der Kodierung der Sozialformen (vgl. 9.3.1.3) und der inhaltsbezogenen Aktivitäten auf (vgl. 9.3.1.4) und beschreibt die Leseübung näher in ihrer Sichtstruktur. So können durch die Kodierung der Übungsphasen Informationen über Häufigkeit und Zeitanteile einzelner Übungsphasen gewonnen werden. Zum anderen ist durch diese Kodierung erkennbar, ob sich gewisse Schemata in der Aufeinanderfolge der Übungsphasen ergeben. Weiterhin dient der erste Auswertungsschritt der Festlegung bestimmter Phasen als Analyseeinheiten für weitere Kodierungen und Ratings (z. B. Reflexions-phasen, vgl. 9.3.4.1). Außerdem wird für die im Abschnitt 9.3.3 beschriebenen Kodierungen im Event-Sampling-Verfahren immer zusätzlich kodiert, in welcher Übungsphase die jeweilige Lehreraktivität stattfindet. Dies ermöglicht weiterführende differenzielle Analysen (z. B. zur Beantwortung der Frage, ob sich Feedback in Vorlesephasen von Feedback in Schülerarbeitsphasen unterscheidet; vgl. 12.2). Die Kodierung der Leseübungsphasen erfolgte niedrig inferent im Time-SamplingVerfahren (10-Sekunden-Intervalle).

9.3.2.1 Darstellung des Kategoriensystems

Das Kategoriensystem (vgl. Tabelle 8) wurde bereits für den Technischen Bericht zu den PERLEVideostudien dokumentiert (Lotz, 2013e) und wird daher an dieser Stelle nur im Überblick dargestellt.

Die ersten 15 Kategorien dienen der Ausdifferenzierung der Leseübung in Schülerarbeitsphasen. Dabei gibt es vier grundlegende Kategorien, die sich danach differenzieren lassen, welches Ziel die Lehrperson vor Beginn der Schülerarbeitsphase expliziert hat. Die Kategorien 5 bis 15 stellen Misch-Kategorien dieser vier grundlegenden Kategorien dar und ergeben sich bei Aufgabendifferenzierung, wenn verschiedene Schülerinnen und Schüler Aufgaben mit unterschiedlichen Zielvorgaben bearbeiten. Die Kategorien 16 bis 22 beziehen sich auf Phasen der Leseübung, die im öffentlichen Unterricht stattfinden. Die Restkategorie wird immer dann kodiert, wenn keine direkt lesebezogenen Aktivitäten stattfinden.

Tabelle 8 Kategoriensystem – Leseübungsphasen

9.3.2.2 Vorgehen bei der Kodierung und Beobachterübereinstimmung

Da in zwei der 51 videografierten Unterrichtsstunden keine Leseübung stattfand, wurden die Übungsphasen nur für die verbleibenden 49 Videos ausgewertet. Diese wurden von drei Beobachterinnen kodiert, wobei die Videos gleichmäßig auf die Kodiererinnen verteilt wurden.

Die Beobachterübereinstimmung wurde zu drei Zeitpunkten überprüft. Zu jedem Zeitpunkt wurden zufällig je zwei Videos herangezogen. Es wurden 6 Videos mit insgesamt 843 Beobachtungsintervallen zur Überprüfung der Übereinstimmung herangezogen. Die geringste Übereinstimmung zwischen einer Kodiererin und dem Master lag bei = 99.49 % (k = .99).

 
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