Allgemeines

Was ist eine Infektionskrankheit?

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO definiert sich eine Infektionskrankheit folgendermaßen:

„Infektionskrankheiten werden von pathogenen (= krankmachenden) Mikroorganismen, z.B. Bakterien, Viren, Parasiten oder Pilzen verursacht. Die Krankheit kann direkt oder indirekt von einer Person an eine andere weitergegeben werden.“

Ob eine Übertragung direkt oder indirekt stattfindet, hängt auch von der Art des Erregers ab, so benötigen z.B. manche Parasiten einen Zwischenwirt, um für den nächsten Empfänger ansteckend zu sein. Ersetzt man den Begriff „Person“ durch „Tier“, findet diese Definition gleichermaßen auch bei unseren vierbeinigen Freunden seine Anwendung.

Welche Erreger von Infektionskrankheiten sind bei Katzen zu erwarten?

Als infektiöse Mikroorganismen kommen bei Katzen verschiedene Viren, Bakterien, Pilze, einschließlich diverser Sonderformen, wie z.B. Chlamydien und Mykoplasmen, in Frage. Die wohl am häufigsten verbreiteten Erreger sind jedoch den Parasiten zuzuordnen, und umfassen Schmarotzer der Haut ebenso wie Mitbewohner der inneren Organe.

Können sich auch ausschließlich in der Wohnung gehaltene Katzen anstecken?

Jede Wohnungskatze hat einen gewissen Kontakt zur Außenwelt, entweder durch Menschen und Tiere, die in dieser Wohnung aus-und eingehen, oder durch Beutetiere, die auch am Balkon zur Verfügung stehen (z.B. Vögel).

Während die meisten Viruserkrankungen nur im direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen werden, kann der Erreger der Katzenseuche, ein Parvovirus, vom Besitzer mit den Schuhen von draußen in die Wohnung hereineingebracht werden. Auch Gartenanlagen, in denen kurze Leinenspaziergänge angeboten werden, sind ein Reservoir für so manche Ansteckung mit Darmparasiten.

Was ist eine Zoonose?

Zur Definition soll auch hier die WHO zu Wort kommen: „Zoonosen sind Infektionskrankheiten von Tieren, die bei einer Übertragung auf den Menschen Krankheiten auslösen können.“ Spektakuläres Beispiel dafür war in den letzten Jahren die sogenannte Vogelgrippe.

Bei weitem nicht jede Infektionskrankheit, die bei Katzen vorkommt, ist auch für den Menschen ansteckend. So stellen z.B. außer Tollwut die typischen Viruserkrankungen der Katze keinerlei Gefahr für menschliche Kontaktpersonen dar.

Welche Katzenerkrankungen sind auch auf den Menschen übertragbar?

Ein Risiko für den Menschen besteht bei Tollwut, Chlamydien, Bartonellose (Katzenkratzkrankheit), Schmierinfektionen durch andere Bakterien, Flöhen, Räudemilben und verschiedensten Darmparasiten, wie Spulwürmern und Giardien. Unter den sogenannten Reisekrankheiten, denen nur die reisefreudigen Katzen ausgeliefert sind, spielt noch die Herzwurminfektion (Dirofilariose) als Zoonose eine Rolle.

Erhöhte Gefahr besteht für immunsupprimierte Kontaktpersonen, deren Immunsystem z.B. durch dauerhafte Cortisonbehandlung, HIV-lnfektion oder Krebserkrankung herabgesetzt ist.

Ich hatte kürzlich eine Erkältung, kann es sein, dass sich meine Katze bei mir angesteckt hat?

Ja, das kommt sogar relativ häufig vor. Durch seine Erkrankung ans Bett gefesselt, stellt der erschöpfte Katzenfreund ein ideales Schmuseobjekt für seinen Vierbeiner dar, und die Gelegenheit zum Austausch von Erregern grippaler Infekte ist durch den engen Körperkontakt perfekt. Denn auch Haustiere können über Tröpfcheninfektion, z.B. beim Niesen oder Husten, angesteckt werden oder kommen mit den infektiösen Sekreten aus Nase, Augen und Mund - eventuell auch durch Streicheln - in Kontakt. Typischerweise zeigt die Katze kurz nach ihrem Besitzer eine ähnliche, grippeartige Symptomatik.

Kann ein Katzenbesitzer auch andere Erkrankungen auf sein Haustier übertragen?

Bei Augenentzündungen oder Durchfallerkrankungen beobachtet man häufig Schmierinfektionen. Überhaupt scheint die Hauptrichtung der Krankheitsübertragung, zumindest bei unseren Hauskatzen hier in Deutschland, vom erkrankten Menschen auf das Haustier vorzuliegen.

Im Klartext: Der Mensch ist für das Tier oft gefährlicher als umgekehrt.

Eine vernünftige Hygiene, wie man sie unter Menschen kennt, kann auch beim Umgang mit dem Tier bzw. mit einem Kranken die meisten Infektionen verhindern.

 
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