Typische Fragen an Frauen

„Wie wichtig ist für Sie eine Familie?“

Das Frageziel des Interviewers

Dies ist eine typische Umwegfrage - das Frageziel wird nicht direkt angesteuert, aber „frau“ weiß dann schon, worum es geht. Nämlich darum, dass eine ungebundene Frau mobiler ist als eine familiär gebundene und dass eine Familienplanung oft etwas mit Kinderwünschen zu tun hat. Auch wenn die Frage in der Regel nicht viel bringt, wird sie in Vorstellungsinterviews doch manchmal gestellt.

ANTWORT A

„Mir ist völlig bewusst, dass es in unserem Gespräch hier um eine anspruchsvolle Aufgabe geht - und dass es eine gewisse Zeit braucht, bis man als Neuling das Unternehmen und die Branche kennt, also in die Materie eingearbeitet ist. Aber unsere Interessen decken sich hier. Sie brauchen Planungssicherheit und ich suche meine Zukunft - zumindest mittelfristig - in einer spannenden beruflichen Herausforderung."

Bewertung

Die Bewerberin hat mit ihrer Antwort ausgesprochen flexibel reagiert, indem sie ihre Aussage an der ausstehenden Aufgabe festgemacht hat. Und die Formulierung „zumindest mittelfristig“ zeugt vom Realitätssinn der Gesprächspartnerin.

ANTWORT B

„Ich habe doch keine Ausbildung absolviert und anschließend auch noch ein Studium drangehängt, um danach dann doch einen Mann zu versorgen und Windeln zu wechseln. Nein - für mich zählt der Job und die damit verbundene Unabhängigkeit."

Bewertung

Jeder muss für sich wissen, was ihm oder ihr wichtig ist. Aber bei Gesprächspartnern, die sich für eine Familie entschieden und neben dem Job durchaus auch Windeln gewechselt haben, kommt diese Antwort möglicherweise nicht gut an.

Hintergrundwissen: Familienplanung

■ Nicht kneifen. Es ist wenig sinnvoll, bei sehr persönlichen Fragen die Antwort zu verweigern. Keine Antwort ist eben oft auch eine Antwort.

■ In die Offensive gehen. Bewerberinnen sollten das Thema „Familienplanung“ ruhig von sich aus ansprechen. Das gilt zumindest für jene Jobs, die mit einer langen Einarbeitungszeit verbunden sind. Man muss für dieses Thema allerdings den richtigen Zeitpunkt finden - also nicht mit der Tür ins Haus fallen. Ein geeigneter Moment bietet sich zum Beispiel an, wenn im Interview nach den mittelfristigen beruflichen Plänen gefragt wird.

■ Zu Familie und Mutterschaft stehen. Natürlich ist das Einstellungssache, aber es gibt Bewerberinnen, die die Frage nach einer beabsichtigten Familiengründung entrüstet von sich weisen. Offenbar glauben sie, damit ihre Chancen zu verbessern. Viele Personaler sind aber selbst Väter oder Mütter und zumindest bei denen kommt so etwas weniger gut an.

 
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