Was passierte 1961 in der Schweinebucht?

Im April 1961, wenige Monate nach Kennedys Amtsantritt, landeten 1500 Exilkubaner im Rahmen einer CIA-Operation in der Bay of Pigs (Schweinebucht) in Kuba. Die streng geheime Aktion sollte einen Aufstand gegen das Regime Fidel Castros entfachen. Sie war noch unter Kennedys Vorgänger Eisenhower geplant worden, um den Einfluss der moskaufreundlichen kubanischen Regierung zurückzudrängen; aber Kennedy, der im Wahlkampf erklärt hatte, man müsse gegenüber Castro einen harten Kurs fahren, unterstützte das abenteuerliche Unternehmen. Keiner konnte ahnen, wie dilettantisch die CIA-Operation konzipiert war. Der Geheimdienst hatte es nicht nur versäumt, tragfähige Kontakte zum Anti-Castro-Untergrund in Kuba aufzubauen. Auch die Analyse der Luftaufnahmen von Kubas Küste basierte auf einem fatalen Irrtum: Statt der Algen, die die CIA in der Schweinebucht vermutet hatte, trafen die Umstürzler auf ein Korallenriff, das die US-Schiffe gleich bei der Landung zerschmetterte. Innerhalb von drei Tagen schlug Fidel Castro die mangelhaft durchdachte Operation nieder; 1200 Männer wurden festgenommen. Die New York Times schrieb: «Den

Freunden erschienen wir als Narren, den Feinden als Schurken und dem Rest der Welt als inkompetent.» Kennedy war gedemütigt, und doch stand die amerikanische Öffentlichkeit ohne Wenn und Aber hinter ihrem Präsidenten. Ironischerweise hatte Kennedy zu keinem Zeitpunkt höhere Umfragewerte als nach der missglückten Aktion an der Schweinebucht.

 
Quelle
< Zurück   INHALT   Quelle   Weiter >