Warum gewannen die Amerikaner den «Wettlauf zum Mond»?

Im Mai 1961 forderte John F. Kennedy den Kongress auf, ein Weltraumprogramm zu finanzieren, das einem Amerikaner bis zum Ende des Jahrzehnts die Landung auf dem Mond ermöglichen sollte. Damit gab er den Startschuss für einen prestigeträchtigen «Wettlauf zum Mond», den die USA mehr als acht Jahre später, im Juli 1969, gegen die Sowjetunion gewinnen sollten. Nachdem die Sowjets - zum Entsetzen der USA - 1957 den ersten Satelliten (Sputnik), im April 1961 den ersten Menschen (Juri Gagarin) und im Juni 1963 die erste Frau (Walentina W. Tereschkowa) ins All geschickt hatten, setzten Präsident Kennedy und dessen Vize Johnson alles daran, im tech nologischen Wettstreit nicht weiter zurückzufallen. Um das ehrgeizige Ziel nicht zu verfehlen, erklärte Kennedy 1961 gegenüber dem Direktor der Weltraumbehörde NASA: «Alles was wir tun, sollte darauf ausgerichtet sein, vor den Russen den Mond zu erreichen.» Am Weltraum an sich sei er, Kennedy, nicht interessiert. Die «einzige Rechtfertigung» für die hohen Kosten des Raumfahrtprogramms bestünde darin, dass man «die Sowjetunion schlägt und damit demonstriert, dass man sie, statt zwei Jahre hinterher zu sein, bei Gott, überholt hat.» Zahlreiche Kritiker polemisierten gegen das Apollo-Programm, das den NASA-Haushalt buchstäblich über Nacht um 61 Prozent in die Höhe trieb. Kennedy sei «mondsüchtig», erklärte Ex-Präsident Eisenhower, und Admiral Rickover, der «Vater der Nuklearmarine», spottete: «Wenn die Zeitungen behaupten würden [...] die Sowjetunion sendet den ersten Mann zur Hölle, würden unsere Bundesbehörden schreien: .» Vor diesem Hintergrund unternahmen Kennedy und Johnson große Anstrengungen, um die amerikanische Öffentlichkeit für das Weltraumprogramm zu gewinnen. 1963 hatte kaum ein Drittel aller Amerikaner die Mondlandung befürwortet. Zwei Jahre später wurde das Projekt bereits von 58 Prozent der Bevölkerung favorisiert.

Dass die Amerikaner am Ende den Wettlauf gegen die Sowjets gewannen, hatte unter anderem damit zu tun, dass die Sowjets dem Mondlandeprojekt anfangs keine Priorität eingeräumt hatten und sich erst Ende 1964 auf das neue Projekt konzentrierten - Chruschtschow wollte im Weltraumrennen keine Niederlage einstecken, sich aber auch nicht finanziell übernehmen. Einen schweren Rückschlag für die Sowjets bedeutete darüber hinaus der überraschende Tod des Staringenieurs Sergej Koroljow im Jahr 1966. Umgekehrt bestand auf amerikanischer Seite der größte Ansporn zum Sieg im Klima des Kalten Krieges: Die Vorstellung, man könne auf dem Mond die rote Fahne russischer Kosmonauten vorfinden, beflügelte die ameri kanischen Technologen und Politiker. Der Kongress machte mit 25 Milliarden Dollar (etwa 110 Milliarden Euro im Jahr 2008) ungeahnte Summen für das Apollo-Programm locker. 1969 landeten schließlich zwei amerikanische Astronauten - Neil Armstrong und

Edwin E. Aldrin - auf dem Mond.

 
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