Warum ist die Bewertung von Vermögen und Verbindlichkeiten für mich wichtig?

Der Wert eines Vermögensgegenstandes wird letztendlich immer von mindestens zwei Parteien festgelegt, nämlich vom (potenziellen) Verkäufer und vom (potenziellen) Käufer. Zugegebenermaßen klingt das banal, und dennoch ist dieser Umstand der Kern einer jeden Bewertung, also der Preisfindung.

Nehmen wir zur Erläuterung ein Beispiel aus dem alltäglichen Leben, den Verkauf bzw. Kauf eines Gebrauchtwagens. Der Neupreis des Wagens hat vor 10 Jahren 25 000 Euro betragen. Beispielsweise setzt man als (potenzieller) Verkäufer einen aktuellen Wert von 20 Prozent vom Neupreis, also 5000 Euro, an. Aus dem Blickwinkel des (potenziellen) Käufers ergibt sich vielleicht ein anderes Bild, zumal er die Anzahl der gefahrenen Kilometer als eher hoch einschätzt, und somit taxiert er den aktuellen Wert des PKWs auf 15 Prozent vom Neupreis, also auf 3750 Euro.

Bisher spreche ich ganz bewusst immer vom »potenziellen« Käufer und vom »potenziellen« Verkäufer, da der Handel ja noch nicht final abgeschlossen wurde, denn die Preisvorstellungen beider Parteien klaffen schließlich um 1250 Euro auseinander.

Was also ist denn nun der »echte« Wert des PKWs? Am Ende dieser Preisverhandlung wird sich entweder ein Kompromiss ergeben, und beide treffen sich beispielsweise in der Mitte bei 4375 Euro. Oder aber es wird von den beiden kein Kompromiss gefunden, und der Handel kommt folglich nicht zum Abschluss. Der Preis ist also die entscheidende Variable in dieser Gleichung. Diesem Umstand ist auch der Ausdruck der Börsianer geschuldet: »Der Preis räumt den Markt!« Zu bedenken ist, dass an der Börse immer »die Zukunft« gehandelt wird. So ist beispielsweise der buchhalterische Wert einer Maschine eines Unternehmens weniger entscheidend als die zukünftigen Gewinne, die dieses Unternehmen machen kann.

Das KFZ-Beispiel zeigt, dass der Wert eines Vermögensgegenstandes erst dann festgelegt werden kann, wenn sowohl der mögliche Verkäufer als auch der mögliche Käufer bereit ist, sich auf einen Wert zu einigen. In die Welt der

Finanzen übersetzt, bedeutet das, dass beispielsweise eine Aktie erst dann den Eigentümer wechselt (gehandelt wird), wenn Verkäufer und Käufer bei ihren Preis-/Kursvorstellungen Übereinkommen. Auch bei festverzinslichen Wertpapieren, Edelmetallen oder Immobilien ist dieses Prinzip immer dasselbe.

Selbst die (schwierige) Frage nach dem Wert einer selbst genutzten Immobilie ist demnach erst im tatsächlichen Verkaufsprozess zu beantworten. Denn neben dem (potenziellen) Verkäufer ist ja schließlich auch der (potenzielle) Käufer an der Preisfindung beteiligt. Und selbst ein unabhängiges Gutachten ändert an dem Umstand nichts, dass erst die beiden Unterschriften beim Notar den finalen Wert festlegen.

Simplified-Fazit

Beim Basiswissen Geld sollten folgende drei Punkte im Fokus bleiben:

l.Wer Verbindlichkeiten einkauft, muss auf seine Gehaltsabrechnung schauen. Wer Vermögen einkauft, kann auf seine Depotaufstellung schauen.

  • 2.Sich zum Sparen zu motivieren ist ebenso wichtig, wie sich beim Sparen laufend zu disziplinieren und sein Erspartes dann auch gezielt anzulegen.
  • 3.Geldanlegen ist einfach, wenn man ein Zeitraster mit Fristen erarbeitet, wann man sein Geld braucht, dieses gezielt umsetzt und regelmäßig überarbeitet.
 
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