Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Pädagogik arrow Wirtschaft im Politikunterricht
< Zurück   INHALT   Weiter >

2.2.2 Wirtschaft als integrierter Teil von Kombinationsfächern

Dieser Abschnitt widmet sich dem Integrationsversuch von ökonomischer Bildung in sogenannten Kombinationsfächern. Um Missverständnissen vorzubeugen, sei vorangestellt, dass in der Literatur verschiedene Termini (wie z.B. Integrationsoder Doppelfächer) ohne durchgehend erkennbare systematische Logik verwendet werden. Für die folgenden Ausführungen ist es jedoch unerheblich, welche Zuordnung für die einzelnen Fächer verwendet wird, da der Fokus hierbei auf sämtliche Fächer gerichtet ist, die den Bereich Wirtschaft separat als festen Bestandteil in dem Curriculum eines gemeinsamen Faches verankert haben (z.B. Politik und Wirtschaft in Hessen, Wirtschaft/Politik in SchleswigHolstein oder Gemeinschaftskunde in Baden-Württemberg).

Die Schaffung eines gemeinsamen Faches mit politischen und ökonomischen Inhalten ist ein in der Vergangenheit häufig beschrittener Weg, der Forderung nach einem „Mehr“ an ökonomischer Bildung gerecht zu werden (Kruber 2005, S. 76f.). Diese Alternative ist angesichts zahlreicher Überschneidungen in Zielen, Aufgaben und Themenfeldern kein Zufall. Der eng verzahnte Lebensbereich von Wirtschaft und Politik bietet fachdidaktisch geeignete Möglichkeiten, Alltagssituationen für die Erziehung der Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgern (Staatsund Wirtschaftsbürgern) zu erschließen. Verschiedene Perspektiven aus den Bezugsdisziplinen heraus gestatten es, die Situationen des Alltags unter anderen Gesichtspunkten zu hinterfragen (Kruber 2005, S. 78ff.). Neben den vorhandenen Abgrenzungen im Kategoriensystem der Politikund Wirtschaftsdidaktik ergeben sich jedoch auch Überschneidungen (bspw. Bedürfnisse, Normen, Institutionen, Effizienz etc.), die dem Lernen in einem gemeinsamen Lernfeld, sowohl durch ihre Abgrenzung als auch durch die Überschneidungen, förderlich sind (Henkenborg 2001, S. 10). In Anbetracht der Tatsache, dass derzeit Politikund Wirtschaftsunterricht um die angemessene Berücksichtigung von Stundenanteilen rivalisieren, sieht KRUBER die Lösung in der Schaffung eines gemeinsamen Faches.

„Nicht Konfrontation zwischen Politikund Wirtschaftsdidaktik ist angesagt, und auch nicht die Integration von Wirtschaft in Politik (oder umgekehrt), sondern Kooperation und gegenseitige Ergänzung beider Disziplinen. [...] Eine verzahnte (d.h. durch Lehrplanvorgaben gewährleistete) Überlappung bei Bearbeitung der gemeinsamen Aufgabenfelder unter Wahrung der spezifischen Perspektiven ist gefordert, nicht Separation oder gar Konfrontation.“ (Kruber 2005, S. 106)

Die Schaffung sogenannter Kombinationsfächer stellt laut VON ROSEN keinen optimalen Weg dar. Aufgrund der expliziten Eigenlogiken der Wirtschaft wird das Lehrpersonal, welches verschiedene Disziplinen (Politik, Soziologie, Wirtschaft) beherrschen muss, den komplexen Anforderungen der Ökonomie kaum gerecht. Trotzdem sei in diesem Zusammenhang die Möglichkeit der Vermittlung bestimmter ökonomischer Sachverhalte nicht zu verleugnen. Auch auf die Gefahr hin, dass die verschiedenen Gebiete „ohne Bezug aufeinander abgearbeitet“ werden, sei ein Kombinationsfach mit festem wirtschaftlichen Bestandteil besser als per se fehlende ökonomische Bildung (von Rosen 2000, S. 21). Dieser Argumentation folgen SCHLÖSSER/WEBER damit, dass es nicht auf ein eigenes Fach oder deren Bezeichnung ankomme, sondern auf die „systematische Verankerung wirtschaftlicher Bildung“ (Schlösser/Weber 1999, S. 46f.).

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften