Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Pädagogik arrow Wirtschaft im Politikunterricht
< Zurück   INHALT   Weiter >

2.3.3.3 Wissen über Politik – konzeptionelles Deutungswissen

Die GPJE definiert in ihrem Modell „Wissen über Politik“ als konzeptionelles Deutungswissen, das in einem wechselseitigen Bezug zu den Kompetenzbereichen steht. Konzeptionelles Deutungswissen dient einerseits der Entwicklung von Kompetenzen, wobei andererseits vorliegende und (vermehrt) erlangte Kompetenzen vorhandenes Wissen erweitern – konzeptionelles Deutungswissen bezieht sich auf grundlegende Konzepte „für das Verstehen von Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Recht“ (GPJE 2004, S. 14).

Der Versuch, charakteristisches Wissen über Politik grundlegend zu definieren, wurde in der politikdidaktischen Diskussion aufgegriffen und mündete unter anderem gleichsam in einer „Systematik von Basiskonzepten des Politischen“ (Sander 2008a, S. 95ff.) bzw. in einer „Konstruktion politischer Basisund Fachkonzepte“ (Weißeno u.a. 2010, S. 48ff.). In logisch konsequenter Weise fließen in diese Konzepte wesentliche kenntnisrelevante ökonomische Einzelaspekte, aber auch ökonomische Modelle und Ansichten, die es erlauben, politische Felder zu erschließen.

SANDER betont den unvollständigen und ergänzungswürdigen Charakter seiner Basiskonzepte und sieht im Rahmen der bestehenden Vernetzung der Konzepte politischen Wissens Erweiterungsmöglichkeiten aufgrund gegebener Nähe und Verknüpfungsmöglichkeiten zu ökonomischen Konzepten. Die für die politische Bildung dadurch ebenfalls gewonnene Perspektivenvielfalt wird hierbei nicht nur auf ökonomisches Wissen an sich beschränkt, sondern gilt für sämtlich ergänzende und konkurrierende Modelle der weiteren Sozialwissenschaften. Dieses auch auf die Wirtschaftswissenschaften bezogene Vorgehen, ist als Bereicherung der politischen Bildung in der Schule anzusehen (Sander 2008, S. 130ff.) und stellt eine Erweiterung des Perspektiventableaus dar.

Eine solche Anwendung ist in diesem Kontext weiterführend, sowohl im Zusammenhang zum gewählten Beispiel der Abwrackprämie als auch exemplarisch im Allgemeinen beim Erkennen und Beurteilen von Rollen verschiedener Akteure/Betroffener im politischen Prozess, gegeben. Hierzu liefert die den Wirtschaftswissenschaften angehörige moderne Institutionenökonomik, insbesondere die Neue Politische Ökonomie das einschlägige Wissen einerseits, und andererseits die geeigneten Modelle zum Verständnis (siehe auch Detjen 2006, S. 74ff.). [1] Ein Zurückweisen von Konzepten, die ökonomische Aspekte beinhalten, ist in der politikdidaktischen Diskussion keinesfalls gewünscht:

„Zentral für die Politische Bildung ist [..] solches Deutungswissen, das [...] den Sinngehalt und die innere Logik von Institutionen, Ordnungsmodellen und Denkweisen der Sozialwissenschaften – einschließlich der wesentlichen damit verbundenen Kontroversen – erschließt.“ (GPJE 2004, S. 14)

  • [1] Auch an dieser Stelle kann bereits auf den Nutzen der modernen Institutionenökonomik für die politische Bildung verwiesen werden
 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften