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3.1 Die ökonomische Perspektive

Die Behandlung ökonomischer Perspektiven ist naturgemäß Kernstück der ökonomischen Bildung. Wie im zweiten Kapitel bereits dargelegt, sollen in der politischen Bildung ebenfalls ökonomische Perspektiven instrumentalisiert werden. Die zu vermittelnden Perspektiven sowie deren Intensitäten sind hierbei unter anderem vom Bildungsauftrag des jeweiligen Faches oder von inhaltlichen Themenschwerpunkten abhängig. Was aber zeichnet letztendlich eine ökonomische Perspektive aus?

Fachdidaktisch übergreifend kennzeichnet eine Perspektive das jeweilige Interesse, unter welcher Sichtweise die Realität wahrgenommen und interpretiert werden soll (Seeber 2008, S. 308). In diesem Zusammenhang ergeben sich drei Fragestellungen, aus denen sich der wirtschaftsdidaktische Erkenntnischarakter ökonomischer Perspektiven ableiten lässt (Seeber 2008, S. 308f.):

1. „Welchen Bildungsgehalt besitzt das Ökonomische?“ (ebd.)

2. „Welche Ziele verfolgt ökonomische Bildung?“ (ebd.)

3. „Nach welchen Kriterien sollten Inhalte (und Methoden) ausgewählt werden?“ (ebd.)

Es wird an dieser Stelle kaum verwundern, dass auf solche Fragen Ökonomen, Politikund Sozialwissenschaftler sowie deren Didaktiker jeweils verschiedene Antworten geben, welche sich auch im eigenen Feld voneinander unterscheiden. Die im Abschnitt 2.2 dargestellte Kontroverse zur Integration von ökonomischer Bildung im Unterricht setzt sich fort bei der Frage, welche ökonomische Perspektive in der Schule vermittelt werden soll. Auch dabei wird ein Spektrum bedient, das eng einhergeht mit den jeweiligen Auffassungen zur Verortung der ökonomischen Bildung im Rahmen von Integrationslösungen bzw. in einem eigenständigen Fach. Das heißt, die Vertreter der fachlichen Separation fordern eine andere (zumeist eine intensivere eng wirtschaftswissenschaftlich basierte) ökonomische Perspektive als die Befürworter der Integration. Unter diesem Aspekt kann die Kontroverse mit Rückgriff auf die verschiedenen Standpunkte aufgegriffen und überprüft werden, jedoch erfolgt hierbei die Untersuchung nach einer geeigneten ökonomischen Perspektive nicht vor einem solchen Hintergrund, sondern unter der Fragestellung, inwieweit ökonomische Perspektiven geeignet sind, Erkenntnisse und Einsichten in der politischen Bildung forcieren zu können. Dieser hieraus ableitbare (ökonomische) Bildungsauftrag des Politikunterrichts verlangt dabei eine ökonomische Perspektive, die für ökonomische Sachverhalte sensibilisiert und ökonomisches Einfühlungsvermögen fördert. [1],[2]

Im Rahmen der wirtschaftsdidaktischen Theoriebildung führt SEEBER sogenannte Forschungsstränge an, die das jeweilige Erkenntnisinteresse möglicher Perspektiven widerspiegeln (Seeber 2008, S. 309f.). Eine geeignete Auswahl dieser wirtschaftsdidaktischen Forschungsstränge (Lebenssituationsansatz, kategoriale Wirtschaftsdidaktik, der integrative Ansatz sozialwissenschaftlicher Bildung, der Ansatz um ökonomische Kompetenzen und Standards) soll im folgendem unter der Maßgabe ihrer politikdidaktischen Bedeutung und Verwertbarkeit aufgegriffen werden. Auf die in diesem Zusammenhang ebenfalls angeführte institutionenökonomische Bildung wird im jetzigen Kapitel noch nicht eingegangen. Die hieraus abzuleitenden Perspektiven verkörpern einen Schwerpunkt dieser Schrift – die Darstellung erfolgt unter besonderem Fokus in einem eigenen Kapitel (Kapitel 4).

  • [1] „Die Politikwissenschaft kann die Selektionsfunktion fernhin deshalb nicht alleine ausüben, weil auch Inhalte der Soziologie, der Wirtschaftswissenschaft und auch der Rechtswissenschaft in den Politikunterricht einfließen.“ (Gagel 2005, S. 164)
  • [2] „Ökonomische Problemstellungen eignen sich [..] besonders, um das Denken in Systemen zu erlernen – eine Fähigkeit, die sich auch in anderen Lebensbereichen als nützlich erweist. Systemdenken erfordert Abstraktionsvermögen, Fähigkeit zur Bildung von Strukturen, Erkennen von Zusammenhängen. Es trainiert gleichzeitig dynamisches Denken (Wirkungsketten) und integratives, häufig Fächergrenzen überschreitendes Denken.“ (Kruber 2006, S. 196f.)
 
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