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3.3.2 Das Verhältnis von ökonomischer Bildung und den Elementen des BEUTELSBACHER KONSENSES

Die Untersuchung zur Vereinbarkeit von ökonomischer Bildung und den Postulaten des BEUTELSBACHER KONSENSES beginnt mit der Frage: In welchem Verhältnis steht die ökonomische Bildung, vertreten durch ihre jeweiligen Didaktiker, zum BEUTELSBACHER KONSENS?

Nach derzeitigem Erkenntnisstand gibt es von Seiten der Didaktik der ökonomischen Bildung keine explizite Stellung bzw. Selbstverpflichtung gegenüber dem BEUTELSBACHER KONSENS. Vorgenommene Bezüge sind lediglich Reaktionen auf Thesen, die der Wirtschaftsdidaktik unterstellen, gegen die Elemente des BEUTELSBACHER KONSENSES zu verstoßen (z.B. Kaminski 2009, S. 557). [1] Obwohl der BEUTELSBACHER KONSENS eine Übereinkunft in der Politikdidaktik darstellt, muss diese Frage zumindest bei den wirtschaftsdidaktischen Befürwortern sogenannter Doppel-/Kombinationsfächer eine notwendige Relevanz besitzen, da der Unterricht in solchen Fächern aufgrund seiner Politikinhalte von den Elementen des BEUTELSBACHER KONSENSES untrennbar ist. Aus diesem Umstand heraus, lassen sich jedoch nicht automatisch Diskrepanzen zwischen ökonomischer Bildung und dem Minimalkonsens ableiten. Vielmehr sind es stringente monolistische Sichtweisen von Seiten der ökonomischen Bildung, die das Verhältnis zum BEUTELSBACHER KONSENS erschweren. So formuliert FAMULLA beispielsweise: „Die dominante Effizienzorientierung verstößt im Übrigen gegen Grundsätze, wie sie im so genannten Beutelsbacher Konsens für die politische Bildung fixiert wurden und bis heute unumstritten sind.“ (Famulla 2011a, S. 14) Darüber hinaus liegen diesbezüglich Untersuchungen, vor allem zur Kontroversität in der ökonomischen Bildung, vor (Hippe 2010, S. 89).

Nachfolgend soll erörtert werden, inwieweit sich das Verhältnis der ökonomischen Bildung zu den Elementen des BEUTELSBACHER KONSENSES sowohl implizieren aber auch gestalten lässt. Es steht außer Frage, dass der BEUTELSBACHER KONSENS, auch über das Anliegen und die Perspektiven dieser Schrift hinaus, für die ökonomische Bildung von grundlegender Bedeutung ist (BubKalb 2007, S. 5).

  • [1] In einem Schlusskommentar zu dem zitierten Artikel weist KAMINSKI darauf hin, „dass die zu beobachtende Tendenz, der ökonomischen Bildung zu unterstellen, dass sie in ihren Zielund Inhaltsstrukturen und in ihrer Wertedimension nicht den Zielsetzungen des ‚Beutelsbacher Konsens' entspräche, kurios ist, um nicht zu sagen ärgerlich. Es sollte nicht vergessen werden, dass der ‚Beutelsbacher Konsens' aus den siebziger Jahren den Versuch von verantwortungsvollen Pädagogen und Fachdidaktikern der politischen Bildung darstellte, Kinder und Jugendliche vor indoktrinierendem Politikunterricht und vor einer ideologisierenden Instrumentalisierung der Politik-Lehrkräfte zu schützen. Wenn dieser ‚Beutelsbacher Konsens' in der politischen Bildung gegenwärtig weiterhin als normative Leitlinie verwendet werden soll, dann ist aus der Sicht der ökonomischen Bildung dagegen nichts einzuwenden. Aber es muss deutlich sein, dass diese normative Dimension für jedes Fach, für jedwede unterrichtliche Tätigkeit zu gelten hat. Es ist eine zwingende pädagogische Grundhaltung Kinder und Jugendliche nicht für individuelle gesellschaftspolitische Zielsetzungen zu missbrauchen.“ (Kaminski 2009, S. 557)
 
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