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4.1 Einführung in die moderne Institutionenökonomik

„Die Repräsentanten der modernen Institutionenökonomik [..] bemühen sich um die wirtschaftstheoretische Analyse von Institutionen (einschließlich Vertragsinhalte), wie wir sie vorfinden, und um analytisch fundierte Begründungen dafür, wie wir sie uns wünschen.“ (Richter 1994, S. 2)

Die moderne Institutionenökonomik vereint verschiedene Forschungsrichtungen. Bevor im Rahmen dieser Einführung ein entsprechender Überblick vermittelt wird, bedarf es zunächst der Klärung einer Begriffsfassung von „Institutionen“ im Sinne der institutionenökonomischen Theorie. Im Anschluss daran werden die Grundannahmen/Postulate der modernen Institutionenökonomik eröffnet sowie eine Abgrenzung zu denen in der Politikwissenschaft tangierenden Forschungssträngen des Rational Choice dargestellt. [1]

„Eine Institution im hier verwendeten Sinne ist ein auf ein bestimmtes Zielbündel abgestelltes System von Normen einschließlich deren Garantieinstrumente, mit dem Zweck, das individuelle Verhalten in eine bestimmte Richtung zu steuern. Institutionen strukturieren unser tägliches Leben und verringern auf diese Weise dessen Unsicherheiten. Institutionen können formal sein (Recht) und informell. Zu unterscheiden ist im Falle formaler Institutionen zwischen Institutionen i. S. von objektivem Recht (z.B. dem Grundgesetz oder dem Bürgerlichen Gesetzbuch) und Institutioneni. S. von subjektivem Recht (z.B. dem konkreten Eigentum oder dem konkreten Anspruch z.B. aus Arbeitsvertrag). Institutionen können sich im Extremfall "spontan" aus dem Eigeninteresse der Individuen entwickeln, d. h. sich selbst organisieren – im Extremfall – komplett durch eine Autorität organisiert werden. Welcher Entstehungsart man auch den Vorzug gibt, worum es den Vertretern der ökonomischen Analyse von Institutionen letzten Endes geht, ist die Suche danach, wie eine Organisation beschaffen sein muß, um das soziale Verhalten der Menschen wirtschaftlich optimal auf ein Ziel hinzusteuern.“ (Richter 1994, S. 2f.) [2]

Spricht man von Institutionen einschließlich der daran beteiligten Personen, so spricht NORTH von Organisationen (North 1990/92, S. 5.), die formal/formgebunden, beispielsweise als Unternehmen oder Parlament, bzw. formungebunden/ spontan/informell, zum Beispiel als Marktgemeinschaft, auftreten (Richter/Furubotn 1996, S. 8).

KAMINSKI unterscheidet vor dem Hintergrund einer didaktischen Verwendung des Institutionenbegriffes in der ökonomischen Bildung zwischen drei Arten von Institutionen, die in Interdependenz zueinander stehen (Kaminski 1994, S. 15):

1. Institutionen als Entscheidungssysteme

(Markt; Demokratie; Bürokratie/Hierarchie; Verhandlungssystem)

2. Institutionen als Normen, Traditionen und Verhaltensregeln (Gesetze/Verordnungen; religiöse, kulturelle Normen; Umgangsformen)

3. Institutionen als Organisationen

(Staat; Verbände; Unternehmen; Familien, Haushalte)

  • [1] Inhalte der folgenden Abschnitte wurden zu Teilen vom Verfasser bereits an anderer Stelle bearbeitet (zum Institutionenbegriff siehe und vgl. Piller 2000, S. 2f.; zum Überblick über die Gebiete der modernen Institutionenökonomik siehe und vgl. ders., S. 18ff.; zu den institutionenökonomischen Grundannahmen siehe und vgl. ders., S. 20).
  • [2] In Nachschlagewerken wird der Begriff der Institution auch im Sinne von Einrichtungen verwandt (z.B. Friedrich 1989, Spalte 1768) – eine solche Begriffsfassung hat für die Themenstellung dieser Arbeit keine Bedeutung
 
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