Befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis?

Eingangsformulierung. Ihr Arbeitsvertrag könnte etwa so anfangen: „Das Arbeitsverhältnis beginnt am 1.9.2013." Sie könnten aber auch - überraschend oder absprachegemäß folgende Formulierung vorfinden:

„Das Arbeitsverhältnis beginnt am 1.9.2013. Es endet, wenn es nicht ausdrücklich verlängert wird, mit Ablauf des 30.6.2015, ohne dass es einer Kündigung bedarf."

ssWenn Sie eine solche Formulierung vorfinden, handelt es sich um einen so genannten befristeten Arbeitsvertrag im Gegensatz zum unbefristeten oder Dauerarbeitsvertrag.

Wo liegt der Unterschied zwischen befristetem Arbeitsvertrag und Dauerarbeitsvertrag?

Ein befristeter Arbeitsvertrag ist von vornherein auf eine bestimmte Zeitspanne festgelegt. Dabei kann die Zeitspanne durch ein bestimmtes Datum (in unserem Beispiel: 30.6.2015) oder durch eine abstrakte Umschreibung angegeben werden: „Das Arbeitsverhältnis endet, sobald unser arbeitsunfähig erkrankter Mitarbeiter, Herr Carlson, die Arbeit wieder aufnimmt.“

Der befristete Arbeitsvertrag endet, ohne dass Sie oder der Arbeitgeber irgendeine Erklärung abgeben müssen. Dies unterscheidet ihn vom Dauerarbeitsvertrag, der im Arbeitsleben die weitaus größere Rolle spielt.

Ein Dauerarbeitsverhältnis endet regelmäßig entweder

■ durch eine einseitige Erklärung des Arbeitgebers (Arbeitgeberkündigung) oder

■ durch eine einseitige Erklärung des Arbeitnehmers (Arbeitnehmerkündigung) oder

■ durch einen Vertrag zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, wonach das Arbeitsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt enden soll (Auflösungsvertrag).

Sind befristete Arbeitsverträge überhaupt zulässig?

Befristete ArbeitsVerträge sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Im Grundsatz darf ein Arbeitsverhältnis nur dann befristet werden, wenn hierfür ein sachlicher Grund vorliegt. Darüber hinaus ist nach dem Teilzeit-und Befristungsgesetz (TzBfG) eine Befristung auf bis zu zwei Jahre auch ohne besonderen sachlichen Grund zulässig. Diese Voraussetzungen werden weiter hinten noch näher behandelt. Lesen Sie dazu bitte Kapitel 15, Abschnitt 6. An dieser Stelle stellt sich für Sie lediglich die Frage:

Wenn ich Zweifel an der Zulässigkeit einer Befristung habe, soll ich diese Zweifel bei Abschluss des Vertrages gegenüber dem Arbeitgeber äußern oder nicht?

Ihre Rechtsposition wird nicht deswegen schlechter, weil Sie eventuell vorhandene Zweifel nicht äußern. Sie können nämlich immer noch während der Dauer des Arbeitsverhältnisses und bis drei Wochen nach Ablauf der vereinbarten Befristung gerichtlich geltend machen, dass das ArbeitsVerhältnis aufgrund der Befristung nicht beendet ist.

 
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