Wahrung und Sicherung von Rechten der Arbeitnehmer im Betrieb

Zweifellos eine häufige Erfahrung: Haben sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer erst einmal vor dem Arbeitsgericht gestritten, ist das ArbeitsVerhältnis nicht mehr auf Dauer zu retten. Umso wichtiger ist die innerbetriebliche Durchsetzung und Sicherung von Rechten.

Auch im Arbeitsleben gilt wie auch sonst die Maxime, dass Sorgfalt und Vorbedacht zur rechten Zeit manchen Streit vermeiden hilft.

Sie sollten daher schon bei Vertragsschluss darauf achten, dass Ihre Rechte und Pflichten möglichst genau festgelegt werden.

Habe ich, wenn ich einen mündlichen Vertrag geschlossen habe, einen Anspruch darauf, dass der Inhalt des Vertrages schriftlich fixiert wird?

Verlangen einer schriftlichen Fixierung des Vertragsinhalts.

Ludwig G. ist bei einer kleinen Vertriebsfirma beschäftigt. Die Einstellung erfolgte auf der Grundlage eines mündlich mit dem ihm persönlich bekannten Inhaber ausgehandelten Vertrages. Schon unmittelbar nach der Arbeitsaufnahme stellte sich heraus, dass unterschiedliche Auffassungen über die Wochenarbeitszeit bestanden. G. war der Meinung, dass er - wie branchenüblich -nur 37,5 Stunden arbeiten müsse, sein Chef will an der in seinem Betrieb praktizierten 40-Stunden-Woche festhalten. Zwar können sich G. und sein Chef auf eine Wochenarbeitszeit 194von 38 Stunden einigen. G. ist allerdings der Meinung, dass - um solche Konflikte in Zukunft auszuschließen - die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich fixiert werden müssten. - Kann G. dies verlangen?

Ja. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, spätestens einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, die Niederschrift zu unterzeichnen und dem Arbeitnehmer auszuhändigen. Zu den „wesentlichen Vertragsbedingungen“ gehören Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses, der Arbeitsort, die Charakterisierung oder allgemeine Beschreibung der zu leistenden Tätigkeit, die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgeltes einschließlich der Zuschläge, die vereinbarte Arbeitszeit, die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubes sowie die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Der Inhalt der Arbeitspflicht, aber auch andere Fragen des Arbeitsverhältnisses werden in Arbeitsverträgen oft nur allgemein geregelt und bedürfen der Konkretisierung in der betrieblichen Praxis. Daran ändert auch die oben beschriebene gesetzliche Verpflichtung zur schriftlichen Fixierung wesentlicher Vertragsbedingungen nichts. Sind aber Fragen des Arbeitsverhältnisses dem Direktionsrecht des Arbeitgebers überlassen, bedeutet dies eine erhöhte Macht des Arbeitgebers und eine Unsicherheit des Arbeitnehmers bezüglich seiner Rechte.

 
Quelle
< Zurück   INHALT   Quelle   Weiter >