Kapitel Die Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Die vom Grundgesetz geschützte freie Entfaltung der Persönlichkeit ist in unserer Industriegesellschaft normalerweise an die Ausübung einer abhängigen Beschäftigung gebunden. Bei dem Schutz der Persönlichkeit, der die Arbeit und den Beruf mit einzubeziehen hat, geht es vor allem auch darum, den Bestand des eingegangenen Arbeitsverhältnisses in einem Mindestumfang zu sichern. Diese Bestrebungen finden ihren gesetzlichen Niederschlag vor allem in den Vorschriften über die Kündigungsfristen für Arbeiter und Angestellte, in dem allgemeinen Kündigungsschutzgesetz und in einer Reihe von Arbeitsplatzschutzgesetzen für bestimmte Personengruppen, wie werdende Mütter, Schwerbehinderte, Auszubildende, Wehrpflichtige und Zivildienstleistende. In diesen Zusammenhang gehören auch die Mitwirkungsrechte der Betriebs- und Personalräte bei Kündigungen.

Arbeitsverhältnisse sind in der Regel auf Dauer angelegt. Sie enden - sofern sie nicht von vornherein befristet abgeschlossen werden - nicht von sich aus, sondern nur, wenn ein besonderer Beendigungsgrund vorliegt.

Möglich ist das durch

■ die einverständliche Aufhebung des Arbeitsvertrages und

■ vor allem die Beendigung des Arbeitsverhältnisses durch die ordentliche fristgemäße und

■ in Ausnahmefällen auch die außerordentliche fristlose Kündigung.

Kündigung

Erklärung der Kündigung

Die Kündigung des Arbeitsverhältnisses erfolgt durch eine einseitige schriftliche Willenserklärung des Arbeitgebers oder des Arbeitnehmers. Durch sie wird das Arbeitsverhältnis aufgelöst.

Was ist eine ordentliche Kündigung, und wann spricht man von einer außerordentlichen Kündigung?

Von einer ordentlichen oder fristgemäßen Kündigung spricht man, wenn das Arbeitsverhältnis unter Einhaltung der vereinbarten, der tarifvertraglich oder gesetzlich vorgeschriebenen Kündigungsfrist beendet werden soll.

Eine außerordentliche Kündigung liegt vor, wenn das Arbeitsverhältnis aus einem wichtigen Grund, meist fristlos, aufgelöst werden soll. Sie wird häufig einfach als fristlose Kündigung bezeichnet.

Muss ich die Kündigung annehmen?

Die Kündigungserklärung muss dem Empfänger zugehen, damit sie wirksam werden kann. Sie bedarf jedoch keiner Annahme.

Manchmal erklärt der Kündigungsempfänger, „er nehme die Kündigung an“ oder „er lehne sie ab“. Das ist für die Kündigung und ihre Wirkungen ohne Bedeutung. Sie muss lediglich dem Kündigungsempfänger zugehen, damit sie das Arbeitsverhältnis beenden kann.

Zerrissene Kündigungserklärung. Der Chef will Herrn Sturm das Kündigungsschreiben übergeben. Der erklärt, er nehme die Kündigung nicht an, zerreißt das Schreiben und wirft es dem Chef vor die Füße.

Diese Kündigung ist Herrn Sturm wirksam zugegangen und setzt die Kündigungsfrist in Lauf, da Herr Sturm die Möglichkeit hatte, vom Inhalt des Schreibens Kenntnis zu nehmen.

 
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