Grenzen der Wissenschaft

Aufgrund ihrer großen Leistungsfähigkeit kann die naturwissenschaftliche Forschung eine Vielzahl von Naturphänomenen erklären. Im Prinzip könnte generell so gut wie jede Frage mittels naturwissenschaftlicher Methoden untersucht werden. In der Praxis zeigt es sich jedoch, dass manche Fragen nicht oder noch nicht beantwortet werden können. Eine Schwierigkeit besteht darin, dass immer eine überprüfbare und somit potenziell falsifizierbare Hypothese formuliert werden muss und alle experimentell erzielten Ergebnisse grundsätzlich auch reproduzierbar sein müssen.

Einzelbeobachtungen können interessant sein, stellen aber keine .Beweise" im Sinn einer wissenschaftlichen Methode dar Unbestätigte Augenzeugenberichte und im Computer erzeugte, nicht reproduzierbare „Fotografien" sind ohne großen Aussagewert. Bei einer wissenschaftlichen Auswertung müssen sie verworfen werden. In der Wissenschaft sind die durch Beobachtungen oder Experimente gewonnenen Ergebnisse nur dann verwertbar, wenn sie dem Kriterium der Reproduzierbarkeit entsprechen.

Ein Beispiel aus der Praxis des Alltagslebens für eine auf Hypothesenbildung beruhende Problemlösung

Abbildung 1.10: Ein Beispiel aus der Praxis des Alltagslebens für eine auf Hypothesenbildung beruhende Problemlösung.

Die Rolle von Modellen in der Naturwissenschaft

In der Forschung werden oft Untersuchungen an Modellen (zum Beispiel auch Modellorgamsmen) durchgeführt, die stellvertretend für eine ganze Gruppe stehen, wie etwa die winzigen Fliegen der Gattung Drosophila (Taufliegen) in der Entwicklungs- und Vererbungsforschung. Zwischen einem solchen Modell im Sinn eines stellvertretenden realen Systems und einem Modell im Sinn einer Analogie, wie beispielsweise dem des Immunsystems als Polizeitruppe zur Verteidigung des Körpers, muss natürlich unterschieden werden Wissenschaftler ziehen häufig Modelle heran, um komplexe und oft nur schwer oder kaum darstellbare Naturphänomene in vereinfachter Form beispielhaft vorzustellen. Naturwissenschaftliche Modelle können zahlreiche Darstellungsformen haben, unter anderem Diagramme wie den Stammbaum der Verwandtschaftsverhältnisse der Organismenarten oder Kurven oder räumliche Objekte Die Wahl des am besten geeigneten Modelltyps hängt davon ab, welche Aussage gemacht werden soll

Naturwissenschaft, Technik und Gesellschaft

Das Verhältnis von Naturwissenschaft und Gesellschaft stellt sich klarer dar, wenn man die Technik in das Bild mit einbezieht. Obgleich Wissenschaft und Technik sich vielfach auf die gleichen oder ähnlich grundlegende Methoden stützen, unterscheiden sie sich jedoch in ihren Zielsetzungen. Das Ziel der Wissenschaft ist ein Verständnis von Naturphänomenen. Im Gegensatz dazu zielt die Technik auf eine Anwendung dieser naturwissenschaftlichen Erkenntnisse für einen speziellen - meistens kommerziellen - Zweck. Man spricht daher auch von „reiner Wissenschaft" (erkenntnisorientierte Wissenschaft ohne konkrete Anwendungsabsicht, Grundlagenforschung) und von „angewandter Wissenschaft" (u. a Technologieforschung, Ingenieurwissenschaften, Forst-, Agrar- und Umweltwissenschaften). Biologen und Wissenschaftler anderer Disziplinen sprechen im Rahmen ihrer Arbeit oftmals von „Entdeckungen", Ingenieure dagegen von „Erfindungen" oder „Entwicklungen". Zu den Nutznießern solcher Erfindungen und Entwicklungen gehören auch die Wissenschaftler, die neue Technologien bei ihrer Forschungsarbeit zum Einsatz bringen; der Einfluss der Informations- und Computertechnik auf die Systembiologie ist nur ein Beispiel. Wissenschaft und Technik sind daher eng verzahnt und wechselseitig voneinander abhängig. Technische Fortschritte ermöglichen neue Erkenntnisse, neue Erkenntnisse führen zu neuartigen technischen Entwicklungen und letztlich wieder zu neuen Herausforderungen.

DNA-Technologie und Spurensicherung bei Verbrechen Genchtsmettonef können Spuren von DNA

Abbildung 1.11: DNA-Technologie und Spurensicherung bei Verbrechen Genchtsmettonef können Spuren von DNA. (fie aus Blut oder anderen Gewebefesten, die an einem Tatort schergestelh worden sind extrahieren und dazu be nutzer molekulare Profile (.genetische Fingerabdrucke’) zu erstellen Die angefarbter Banden, die Sie auf dieser Fotografie sehen, zeigen DNA-Fragmente an. Das Bandenmuster variiert von Person zu Person

VERSTÄNDNISFRAGEN

  • 1. Stellen Sie die Induktion der Deduktion gegenüber
  • 2. Warum spricht man im Zusammenhang mit dem Konzept der natürlichen Selektion von der .Theorie der naturlicnen Selektion' ?

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