Die Entstehung der Arten

Das biologische Artkonzept betont die reproduktiven Isolationsmechanismen

Der Begriff „Spezies" (Art) leitet sich vom Lateinischen ab und bedeutet so viel wie „Aussehen" oder „Erscheinung". Im Alltag unterscheiden wir zwischen Hunden und Katzen anhand ihres unterschiedlichen Aussehens. Aber lassen sich solche Organismen tatsächlich in trennbare Einheiten unterteilen, die wir als „Arten" bezeichnen können, oder ist diese Klassifikation ein willkürlicher und eigenmächtiger Versuch, die Natur zu ordnen? Um diese Frage beantworten zu können, haben Biologen nicht nur die morphologischen und anatomischen Unterschiede verschiedener Organismengruppen miteinander verglichen, sondern auch optisch weniger oder nicht so offensichtliche physiologische, verhaltensbiologische, biochemische und molekulare Unterschiede (zum Beispiel DNA-Sequenzen). Die Ergebnisse bestätigen im Allgemeinen, dass nach morphologisch-anatomischen Kriterien gruppierte Arten tatsächlich eigenständige Taxa sind, die sich neben ihrer Morphologie noch in vielen weiteren Merkmalen deutlich unterscheiden. Allerdings hat sich auch das Gegenteil gezeigt, dass nämlich viele der sogenannten Kosmopoliten, also der weltweit verbreiteten Arten, sich nur morphologisch sehr ähnlich sind, sich genetisch aber oft deutlicher unterscheiden, als das innerhalb mancher morphologisch unähnlicheren Artengruppen der Fall ist.

Das biologische Artkonzept basiert weniger auf physiognomischer Ähnlichkeit als vielmehr auf dem Potenzial, sich fortpflanzen und fertile Nachkommen bekommen zu können

Abbildung 24.1: Das biologische Artkonzept basiert weniger auf physiognomischer Ähnlichkeit als vielmehr auf dem Potenzial, sich fortpflanzen und fertile Nachkommen bekommen zu können.

 
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