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2.3 Das 19. Jahrhundert

Als Reaktion auf die mörderischen Entgleisungen der Französischen Revolution und die als streng wahrgenommene Aufklärung, entwickelt sich im Übergang vom 18. ins 19. Jahrhundert die Geisteshaltung der Romantik. Kant hatte zuvor die Vernunft in ihre Grenzen gewiesen und damit für die wissenschaftliche Erkenntnis, aber auch für die vernünftige Beurteilung der Fragen der Moral und der Politik, einen Bereich menschenmöglichen Wissens und Urteilens ausgemacht, der aus romantischer Sicht wenig Raum für individuelles Gestalten übrig zu lassen schien. Die Romantiker drängten daher darauf, das Individuelle aus dem engen Kanon der Wissenschaftlichkeit frei zu setzen. Gelingen sollte dies durch eine Aufwertung des Ästhetischen, wobei dem Ästhetischen die Aufgabe zukommen sollte, das Individuum oder das Subjekt wieder anschlussfähig zu machen an das Geheimnisvolle, das wissenschaftlich nicht Ausdrückbahre, an die über den Begriff hinausschießenden Sinnmomente. Kant (1788/1993: 300) hatte letztlich nur den „bestirnten Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir“ übrig gelassen und damit deutlich gemacht: Alles über das empirisch Erkennbare oder in den Grenzen der Vernunftkritik theoretisch Bestimmbare hinaus ist metaphysisches Blendwerk. Den Romantikern war dies zu wenig. Die Natur sollte nicht bloß eine Quelle wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse sein, sondern in ihr sollte sich eine Erhabenheit, aber auch die Abgründigkeit des Menschen spiegeln. Und da sich solches Ansinnen nur in der Kunst formulieren lässt, sollte die Kunst zum Leitmotiv des Lebens werden. „Jede Lebenstätigkeit soll sich mit poetischer Bedeutsamkeit aufladen, soll eine eigentümliche Schönheit zur Anschauung bringen und eine Gestaltungskraft offenbaren, die ebenso gut ihren Stil hat wie das Kunstprodukt im engeren Sinne. […] Es soll die Trennung beseitigt werden zwischen der Logik des alltäglichen Lebens und Arbeitens und der sonstigen freien, schöpferischen Geistestätigkeit.“ (Safranski 2007: 58) Die philosophische Begleitmusik für dieses Programm hatte zum einen Fichte komponiert. Sein absolut gesetztes Ich, das gleichsam notwendig ein gestaltendes ist, eigneten sich die romantischen Autoren als theoretischer Fixpunkt an. Zum anderen hatte Schiller, wie oben bereits angedeutet, mit seiner Kritik der arbeitsteiligen Gesellschaft den politischen Hintergrund der Romantik ausstaffiert – ohne freilich, dass Schiller zur Romantik gezählt werden kann. Die moderne Gesellschaft, so die Romantik, orientiere sich nur noch am Nützlichkeitsideal und zwänge so den Einzelnen in einen mechanisierten und routinisierten Lebensablauf und unter das Diktat des Leistungsprinzips. Dem galt es, das Schöpferische, das Individuelle, eben das Künstlerische entgegenzuhalten, wobei die Kunst dann natürlich von allen Nützlichkeitserwägungen frei zu halten ist. Tatsächlich kann für das 19. Jahrhundert ein Ausdifferenzierungsoder Autonomisierungsprozess der Kunst konstatiert werden (etwa Bourdieu 1992/1999). Dieser ist jedoch nur in geringem Maße mit einem Bild des Künstlers identisch, der allein um der Kunst willen lebt. Der ebenfalls sich vollziehende Prozess der Kapitalisierung erfasste auch den Künstler, der in eine doppelte, eine ambivalente Freiheit geriet. „Der moderne Künstler der bürgerlichen Gesellschaft betonte seine intellektuelle Ungebundenheit, seine Freiheit im Geiste, seine Freiheit, Werke zu schaffen, die er aus seinem Inneren hervorbringen wollte und musste. Zugleich war er aber auch frei von materieller Unterstützung und Zuwendung, frei von verbürgter Anerkennung und Ehrenbezeichungen.“ (Frevert 2004: 302) Der Künstler des 19. Jahrhunderts sieht sich, anders als in den Jahrhunderten zuvor, einem breiten bürgerlichen Kunstpublikum gegenüber, auf das er finanziell angewiesen ist. Zwar entwickelte sich mit dem Bürgertum auch ein entsprechend gebildetes und zahlungskräftiges Kunstpublikum, der Künstler fand sich jedoch zunehmend vor die Entscheidung gestellt, schlichtes Gefallen zu erzeugen und dann seine Werke absetzen zu können, oder seinem hohen Kunstanspruch zu frönen und dann in der Gunst des Publikums durchzufallen. Nicht wenige Künstler setzten daher auf Mäzene, die ihre finanzielle Situation verbessern sollten, und rehabilitierten so ein modifiziertes Modell des Hofkünstlers. Immerhin gelang es auf diese Weise vielen Künstlern, eine bürgerliche Existenz zu führen, die mit dem romantischen Ideal des Künstlers als Bohemien eigentlich überwunden werden sollte.

Möglicherweise auch aufgrund der neuen sozialen Position des Künstlers zwischen Kunstanspruch und Marktorientierung hielt die Orientierung auf das Individuelle nicht vor, und die Romantik ersetzte das Individuum schließlich durch das Kollektiv. „Die romantische Metaphysik des Unendlichen wird zur Metaphysik der Geschichte und der Gesellschaft, der Volksgeister und der Nation, und es wird für den Einzelnen immer schwieriger, sich der Suggestion des Wir zu entziehen.“ (Safranski 2007: 179). Dieser Umschwung vom Individuum zum Kollektiv, wobei das Kollektiv zudem metaphysisch verklärt wird, wird dann nicht wenige zu dem Urteil veranlassen, die Romantik sei ein Vorläufer des Nationalsozialismus gewesen. Wie dem auch sei, die Frühromantik hatte ein entfesseltes Individuum zum Ziel und musste alsbald merken, dass das völlig entfesselte Individuum sich zwar möglicherweise den Herrschaftsmechanismen der Gesellschaft entziehen kann, dafür aber in die Fänge der eigenen Triebe und Bedürfnisse geraten konnte, wenn diese als schöpferisches Prinzip absolut gesetzt werden. Die Suche nach neuen „Sicherheiten“ in kollektiven Bezügen war daher eine mögliche Reaktion. Eine andere war, den kantischen Pfad einer vernunftbasierten Republik weiter zu beschreiten, was im 19. Jahrhundert nicht wenige Revolutionen auslöste.

Eine dieser Revolutionen war die von 1848/49. Egon Friedell (1927-31/2009: 1291) hatte über dieses Jahr sogar behauptet, es sei „für das gesamte europäische Verfassungsleben das wichtigste des Jahrhunderts“ gewesen. Frankreich, woraus nach der Februarrevolution Louis Philippe nach England fliehen musste, hatte wieder einmal die Rolle des Taktgebers übernommen. Im deutschsprachigen Raum kam es dann im März zum Ausbruch von Revolten. Zentrale Forderungen der Revolutionäre waren die Abschaffung des Obrigkeitsstaates und deren Substitution durch bürgerliche Freiheiten – allen voran die Pressefreiheit. Insbesondere die kleinen deutschen Staaten unterlagen dem Druck der mobilisierten Massen und gewährten diesen Freiheiten, was unter anderem dazu führte, dass die Zahl der Zeitungen immens anstieg. Und nicht nur dies. Es bildeten sich zahlreiche Vereine, die politischer Natur waren, oder auch Vereine, die die Interessen spezifischer Gesellschaftsgruppen vertraten. Mit anderen Worten: Die bürgerliche Öffentlichkeit, sowohl in ihren traditionellen Formen (Presse, Vereine,…) als auch in einer „neuen Straßenöffentlichkeit“, wurde zu einem gewichtigen politischen Faktor. Die Revolution von 1848/49 war schließlich nicht nur eine Angelegenheit der bürgerlichen Eliten, sondern fand unter Beteiligung der Bauern und Arbeiter statt, und entdeckt wurde das Moment einer Massenmobilisierung für politische Zwecke. Die Beteiligung der deklassierten Schichten war jedoch zugleich ein Problem der Revolution. Aus Sicht der Liberalen, die sich zumeist aus dem Unternehmertum und den freien Berufen rekrutieren, drohte neben der politischen Revolution auch eine soziale, die den Führungsanspruch des gehobenen Bürgertums in Frage stellen würde. Die in der Frankfurter Paulskirche einberufene Nationalversammlung basierte dann auch tatsächlich auf unterschiedlichen Fraktionen, die ihrerseits unterschiedliche Vorstellungen und Zielsetzungen mit der Revolution verbanden. Während auf der Seite der radikalen Linken republikanische Absichten mit einer sozialpolitischen Kontrolle des Wirtschaftslebens propagiert wurden, standen die Liberalen für eine konstitutionelle Monarchie mit weitgehender Wirtschaftsfreiheit. Die Unstimmigkeiten, die daraus resultierende Blockade einheitlicher Handlungen und die ungelöste Frage der nationalen Einheit führten schließlich dazu, dass Friedrich Wilhelm IV. die ihm angetragene Kaiserkrone, an der der „Ludergeruch der Revolution“ hafte, ablehnen und mit dieser Ablehnung das Schicksal der Revolution zu seinen Gunsten wenden konnte. Die Liberalen zogen schlussendlich eine Ordnung, in der ihre sozioökonomische Position gesichert war, einer Republik mit allgemeinen und freien Wahlen vor, die möglicherweise die sozialen Verhältnisse zu ihrem Nachteil verändert hätte. Dennoch war die Bilanz der Revolution, von den Zielen ihrer Beteiligten aus gesehen, keineswegs nur negativ. „Zu den Aktiva einer solchen Bilanz zählen der Abschluß der Agrarreform, der Bauernbefreiung, ebenso wie – abgesehen von Österreich und wenigen kleineren Staaten – endgültige Durchsetzung des Verfassungsprinzips, mit der zugleich eine weitgehende Sicherung individueller Grundrechte und die, ungeachtet aller fortwirkenden Widerstände und Gegengewichte, Parlamentarisierung der politischen Ordnung verbunden war.“ (Hein 2007: 135) Vergessen werden darf dabei freilich nicht, dass die Parlamentarisierung in Bezug auf das Wahlrecht umkämpft blieb und sich ein tatsächlich allgemeines Wahlrecht in ganz Europa erst im 20. Jahrhundert durchsetzt. Zwar wurde den Menschen des 19. Jahrhunderts die neue Rolle des Staatsbürgers eingeräumt, jedoch blieben Arbeiter oder Frauen von den staatsbürgerlichen Rechten zunächst noch entfernt – ein gleiches Wahlrecht besaßen sie noch nicht, da die Kriterien, nach denen das Wahlrecht vergeben wurde (Besitz, Unabhängigkeit,..) auf viele gesellschaftliche Gruppen nicht zutrafen (vgl. Noiriel 2004).

Eingebettet waren die politischen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts in ein Ereignis, das gewöhnlich als „Industrielle Revolution“ bezeichnet wird. Das Symbol dieser Revolution ist zweifelsohne die Dampfmaschine, die zentralen Industriezweige waren der Kohlebergbau, die Eisenund Stahlindustrie, der Maschinenbau und die Ausbreitung der Eisenbahn. Von mindestens gleicher Bedeutung für diese Revolution waren neben der technischen Entwicklung jedoch institutionelle Veränderungen (vgl. Ziegler 2009). Dies meint erstens eine schrittweise in ganz Europa durchgeführte Agrarreform, die die Bauern politisch und rechtlich freisetze, so dass sie als Arbeitskräfte für die neu entstehenden Industrien zur Verfügung standen. Zweitens wurde das Zunftwesen aufgehoben, so dass ein freier Wettbewerb und auch in diesem Fall die Akquirierung von Arbeitskräften aus dem handwerklichen Bereich möglich wurde. Und drittens machte der Handel mit einer immer größer werdenden Menge an Gütern die Vereinheitlichung des Wirtschaftsraumes nötig, was sowohl die Währung als auch die Zölle betraf. Folgerichtig kam es 1834 dann auch zur Gründung des Deutschen Zollvereins. Die Industrielle Revolution veränderte also nicht nur die Grundlagen der Wirtschaft. Sie war auch eine „Revolution“ in dem Sinne, dass tradierte Herrschaftsmechanismen abgelöst wurden durch kapitalistische Marktregularien, durch die sich Menschen nicht mehr als „Herren“ oder „Abhängige“ gegenüber traten, sondern als freie Verkäufer von Waren (einschließlich der Ware Arbeitskraft). In den sarkastischen Worten von Karl Marx und Friedrich Engels (1848/1959: 464): „Die Bourgeoisie, wo sie zur Herrschaft gekommen, hat alle feudalen, patriarchalischen, idyllischen Verhältnisse zerstört. Sie hat die buntscheckigen Feudalbande, die den Menschen an seinen natürlichen Vorgesetzten knüpften, unbarmherzig zerrissen und kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übrig gelassen, als das nackte Interesse, als die gefühllose bare Zahlung.“

Mit der industriellen Revolution betreten zugleich zwei soziale Gruppen die gesellschaftliche Bühne, die in der Revolution von 1848/49 auch zentrale Faktoren des Revolutionsverlaufes wurden. Zum einen steigen im Zuge der Entwicklung immer größerer Industriebetriebe, und vor allem mit der Umstellung auf marktwirtschaftliche Prinzipien, die Unternehmer und Manager zu einer führenden Schicht auf – ökonomisch und politisch (vgl. Cassis 2004). Aus der Subjektperspektive kann deklariert werden, dass mit dieser Schicht das selbstbewusste Subjekt der Aufklärung, das Bürgertum, zur dominierenden Kraft wurde, während der Adel, die vormals dominierende Kraft „zu Anpassungsleistungen gezwungen“ (Montroni 2004: 324) war oder an „Einfluß, Prestige und Macht“ (Ebd.) verlor. Zum anderen entwickelte sich, gleichsam als Pendant zum Unternehmer, eine Arbeiterschicht oder –klasse, die ihrerseits als politischer Akteur zunehmend bedeutsamer wird. Mit dem Auftreten und vor allem mit der politischen bzw. gewerkschaftlichen Organisierung der Arbeiter sollten europaweit „fortan Aufmärsche, Revolutionstage, städtische Aufstände, Streiks und deren Niederschlagung die Gestalt des Arbeiters größer erscheinen lassen, gleichsam als Schlagschatten der industriellen Revolution, bis er am Ende des Jahrhunderts, weibliche Allegorien wie Marianne oder Liberté verdrängend, zum Symbol der sozialen Revolution wurde, das die einen mit Angst, die anderen mit Hoffnung erfüllte.“ (Robert 2004: 20) Angetrieben wurde die Bildung von Arbeiterorganisationen vor allem durch die Erfahrung einer menschenunwürdigen Verarmung, die eigentlich nicht erklärbar war. Armut hatte es vormals auch gegeben, deren Ursache lag jedoch in der Regel in klimatischen Umständen, die zu Missernten führten. Mit der industriellen Revolution indessen konnte der gesellschaftliche Reichtum gesteigert werden und dennoch lebten die Arbeiter zumeist in pauperisierten Verhältnissen. Allerdings nicht nur dies. Die Arbeit in den Fabriken war alles andere als emanzipativ. Dazu noch einmal Marx (1867/1988: 445): „In der Manufaktur bilden die Arbeiter Glieder eines lebendigen Mechanismus. In der Fabrik existiert ein toter Mechanismus unabhängig von ihnen, und sie werden ihm als lebendige Anhängsel einverleibt.“ Kurzum: Die mechanisierten, kontrollierten, routinisierten und automatisierten Arbeitsprozesse in den neuen Fabriken, die zunächst noch mit 12 Stunden Arbeitszeit und zum Teil mit Kinderarbeit vollbracht wurden, waren kaum dazu angetan, dass die Arbeiter sich persönlich entwickeln oder gar nach dem romantischen Ideal einen ästhetisierenden Lebensstil verwirklichen konnten. Und selbst der Versuch gewerkschaftlicher Organisierung fiel bei der „bildungsfernen Schicht“ der Arbeiter schwer, wie etwa Emile Zola in seinem Roman „Germinal“ schildert. Das Arbeitersubjekt lässt sich daher metaphorisch am ehesten als bedrängtes Subjekt darstellen, als ein Subjekt, das der Subjektvorstellung des französischen Materialismus noch am nächsten kommt. Und wohl nicht zufällig ist der Materialismus oder auch der Positivismus das philosophische Signum jener Zeit.

Was als philosophische Disziplin in den Hintergrund tritt, ist die klassische Bewusstseinsoder eben Subjektphilosophie in ihrem epistemologischen Gewand, die ihrerseits zur Wissenschaftstheorie wird (Musgrave 1995; Gabriel 1998; Schnädelbach 2002). Sicherlich, Kant hatte mit seiner Vernunftkritik die Bewusstseinsphilosophie in eine Form gebracht, die (zunächst) wohl nicht mehr zu überbieten war – einmal abgesehen von Fichte, der die Vernunftkritik bis zum absoluten Ich steigert, und vielleicht Schopenhauer (1818/1968), der mit dem Begriff des Willens versucht, das Ding an sich aufzuspüren. Das Feld der Vernunft und Subjektivität war auf einem hohen Niveau abgesteckt. Und Hegel hatte zu Beginn des Jahrhunderts mit seiner objektivistischen Wende des Deutschen Idealismus die erkenntnistheoretischen Fragestellungen der Vorgängerjahrhunderte durch die Referenz auf die absolute Idee, durch die Geschichtsphilosophie substituiert. Aber der Philosophie wird im 19. Jahrhundert ohnehin der Rang als „Königswissenschaft“ abgelaufen. Es ist das Jahrhundert der Naturwissenschaften, die mit ihren Erfindungen und Entdeckungen ihren Teil zur Industrialisierung und damit zur wirtschaftlichen Steigerung des gesamtgesellschaftlichen Reichtums beitragen. Die Philosophie kann dagegen kaum konkurrieren. Ihre eher skeptischen Hinweise bezüglich der Erkennbarkeit der Außenwelt schienen bestenfalls eine scholastische Übung gewesen zu sein, im schlimmeren Fall drohten sie den Fortschritt der Wissenschaft sinnlos zu torpedieren.

Hinzu kommt, dass mit der Soziologie eine neue Wissenschaft entfaltet wird, die ihren Fokus auf die Gesellschaft, auf die vergesellschafteten Menschen richtet. Nachdem die traditionelle Ordnung des Feudalismus endgültig zerbrochen war, die Massen zu einem politischen Faktor wurden, wie in der Revolution von 1848/49 gesehen, und sich die Gesellschaft in diversifizierte Gruppen mit je eigenen Interessen spaltete, wurde die Frage dringender, wie denn diese neue Ordnung zu beschreiben ist, welche Lösungsmöglichkeiten es für ihre Probleme gibt und wie sie sich zum Subjekt verhält. Kurzum: Das 19. Jahrhundert entdeckt die Gesellschaft.

 
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