Einfluss der Zellposition auf die weitere Entwicklung

Bei der Gestaltung von pflanzlichen Organen wird die Differenzierung der Zellen durch Zellteilung und Zellstreckung beeinflusst: Denn die Differenzierung hängt davon ab, an welcher spezifischen Position in Relation zu anderen Zellen sich eine Zelle befindet. Somit liegt die Positionsinformation allen Entwicklungsprozessen, nämlich Teilung, Streckung, Differenzierung und Morphogenese, zugrunde. Die Verbindungen zwischen diesen Prozessen können unteranderem durch klonale Analyse aufgeklärt werden. Mit dieser Methode werden die von jeder Zelle in einem Apikalmeristem abstammenden Zelllinien während der Organentwicklung kartiert. In der Forschung nutzt man Mutationen, um die Derivate einer bestimmten Meristemzelle von denen der Nachbarzellen in der Sprossspitze zu unterscheiden. Alle Zellen tragen damit ebenfalls die „Markierung".

Einige Forschungsergebnisse sprechen dafür, dass Meristemzelien nicht auf die Bildung spezifischer Gewebe und Organe festgelegt sein müssen. Stattdessen bestimmt die endgültige Position der Zelle im sich entwickelnden Organ, zu welchem Zelltyp sie sich differenzieren wird.

Veränderte Entwicklungsprozesse durch Phasenwechsel

Pflanzen durchlaufen verschiedene Phasen und entwickeln sich von einer Jugendphase über eine adulte vegetative Phase zu einer adulten generativen (reproduktiven) Phase. Bei Pflanzen finden die Entwicklungsphasen nur in einer bestimmten Region statt, nämlich im Apikalmeristem des Haupttriebes oder der Seitentriebe. Die morphologischen Veränderungen, die sich aus diesen Übergängen in der Aktivität des Spross-Apikalmeristems ergeben, werden als Phasenwechsel bezeichnet (=> Abbildung 35.20).

Phasenwechsel sind Beispiele für die Entwicklungsplastizität.

 
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