Das Ruhemembranpotenzial

Der Schlüssel zum Verständnis der Funktion von Neuronen - und von ihren Fehlfunktionen - ist das Membranpotenzial. Das Membranpotenzial ist der Unterschied in der elektrischen Ladung zwischen der Innenseite und der Außenseite einer Zelle.

Aufzeichnung des Membranpotenzials

Um das Membranpotenzial eines Neurons aufzuzeichnen, ist es notwendig, die Spitze einer Elektrode im Innern des Neurons zu platzieren und die Spitze einer anderen Elektrode außerhalb des Neurons, in der Extrazellulärflüssigkeit. Die Größe der extrazellulären Elektrode ist nicht entscheidend, allerdings muss die Spitze der intrazellulären Elektrode fein genug sem, damit sie die neuronale Membran durchdringen kann, ohne sie schwer zu beschädigen. Die intrazellulären Elektroden werden als Mikroelektroden bezeichnet, der Durchmesser ihrer Spitzen beträgt weniger als ein Tausendstel Millüneter - viel zu klein, um mit bloßem Auge gesehen zu werden.

Wenn sich die beiden Elektrodenspitzen in der Extrazellulärflüssigkeit befinden, ist die Spannungsdifferenz zwischen ihnen gleich null. Wird allerdings die Spitze der intrazellulären Elektrode in ein Neuron hineingesteckt, so wird ein konstantes Potenzial von circa -70 Millivolt (mV) registriert. Dies zeigt an. dass das Potenzial im Inneren des ruhenden Neurons ungefähr 70 mV geringer ist als außerhalb des Neurons. Dieses konstante Potenzial von circa -70 mV wird Ruhemembranpotenzial oder Ruhepotenzial eines Neurons genannt. Wenn das Neuron im Ruhezustand ist, mit einer über der Membran aufgebauten Spannung von -70 mV, spricht man von einem polarisierten Neuron.

 
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