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a) Akademisch-bürokratische Logik der Hochschulverwaltung

Die Darstellungen in Kap. 2.2 zur Entwicklung der Hochschulorganisation und der damit einhergehenden Leitungsund Verwaltungsorganisation haben verdeutlicht, dass das deutsche Hochschulsystem seit der Nachkriegszeit durch eine Kombination starker akademischer Selbstverwaltung und weitreichender Detailregulierung durch die staatliche Wissenschaftsverwaltung charakterisiert gewesen ist (Clark 1983). Staatliche Bürokratie und akademische Profession sind insofern die zentralen institutionellen Anlehnungskontexte, die mit jeweils unterschiedlichen Organisationsprinzipien die Funktionsweise wesentlich bestimmten (Stichweh 2009: 5). Humboldts Idee der Einheit von Forschung und Lehre sowie die seit den 1970er Jahren etablierte Vorstellung einer Gruppenhochschule fungieren als prägende Organisationsprinzipien der Hochschulorganisation. Zugleich sind Hochschulen als staatliche Anstalten in die legalistische Verwaltungstradition eingebunden, die durch umfassende Regulierungen und Verordnungen gesamtorganisatorische Entscheidungen der Hochschule maßgeblich mitbestimmen. Die formale Organisation der Hochschulverwaltung und ihrer Leitung basiert mit dieser engen Anbindung maßgeblich auf dem bürokratischen Organisationsprinzip. Der dominante Entscheidungs-Modus der Hochschulen ist das kollegiale Entscheidungsprinzip, das jedoch im Hinblick auf administrative Angelegenheiten durch die bürokratische Detailregulierung des Ministeriums ergänzt wird.

Dieses Nebeneinander institutioneller Ordnungsprinzipien in der akademisch-bürokratischen Logik spiegelt sich auch auf der Ebene der Organisation und der gesamtorganisatorischen Leitungsund Verwaltungsorganisation wider. Dabei wurde in den gängigen Beschreibungen der traditionellen Hochschulorganisation auf den dualen Modus der Hochschulorganisation verwiesen (Pautsch 2009: 37; Fonk 1973: 463ff.). Verwaltungsdualismus bedeutet dabei eine aufgabenbezogene Trennung zwischen akademischen Angelegenheiten, die auch in den Fachbereichen organisiert sind, und staatlichen Verwaltungsaufgaben, die zum Teil durch die hochschuleigene Verwaltung wahrgenommen werden (Fonk 1973: 463ff.).

Die institutionelle Verkörperung der „dualen“ Struktur der Hochschule als Organisationshybrid zwischen körperschaftlich organisierter Mitgliederorganisation und staatlicher Behörde spiegelt sich auch in der Struktur der Hochschulleitung wider. Dem Rektor, als dem durch die Selbstverwaltung der Hochschule gewählten akademischen Oberhaupt der Hochschule, steht für die Verwaltungsleitung ein durch das Ministerium ernannter Kanzler oder leitender Verwaltungsbeamter zur Seite. Das berufliche Profil und die berufliche Identität der Hochschulverwaltungsleitung werden dabei durch die Zugehörigkeit zum Berufsbeamtentum mit den Handlungsmaximen der Neutralität und Rechtmäßigkeit sowie einen am rechtswissenschaftlichen Studium orientierten Werdegang geprägt.

Die Tabelle 1 stellt die einzelnen Aspekte der akademisch-bürokratischen Logik im Hinblick auf die Strukturelemente im organisationalen Feld, die institutionelle Selbststeuerung sowie die Stellung und den Status der Verwaltungsleitung im Überblick zusammen.

 
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