Verdauung, Energiespeicherung und Energieverbrauch

Der Hauptzweck des Hungers besteht darin, die Wahrscheinlichkeit für essen zu erhöhen, und der Hauptzweck von essen besteht darin, den Körper mit den molekularen Bausteinen und der Energie zu versorgen, die er zum Überleben und zum Funktionieren braucht. Dieser Abschnitt bildet die Grundlage für unsere Betrachtung von Hunger und Essen, indem er einen kurzen Überblick über die Prozesse liefert, durch die Nahrung verdaut, gespeichert und in Energie umgewandelt wird.

Verdauung und Energiespeicherung

Verdauung Der Magen-Darm-Trakt (Gastrointestinaltrakt) und der Prozess der Verdauung sind in ► Abbildung 13.1 dargestellt. Verdauung ist der gastrointestinale Vorgang der Aufspaltung von Nahrung und der Aufnahme (Absorption oder Resorption) ihrer Bestandteile in den Körper. Um die Grundlagen der Verdauung zu verstehen, ist es hilfreich, sich den Körper ohne seine Auswüchse vorzustellen, als eine einfache, lebende Röhre mit einem Loch an jedem Ende. Um sich mit Energie und anderen Nährstoffen zu versorgen, steckt die Röhre Nahrung in eine ihrer beiden Öffnungen — üblicherweise die mit den Zähnen - und transportiert die Nahrung ihren inneren Kanal entlang, so dass die Nahrung zerlegt und teilweise aus dem Kanal in den Körper aufgenommen werden kann. Der Großteil der Arbeit zur Zerlegung der Nahrung wird vom Mikrobiom des Darms (Bakterien und andere Organismen, die im Gastrointestinaltrakt leben) erledigt. Was übrig bleibt, wird am anderen Ende ausgeschieden. Dies ist zwar keine besonders appetitliche Beschreibung der Nahrungsaufnahme, sie erfüllt aber den Zweck zu veranschaulichen, dass Nahrung genau genommen erst dann konsumiert ist, wenn sie verdaut wurde.

Energiespeicherung im Körper Durch die Verdauung wird dem Körper Energie in drei Formen geliefert:

(1) Lipide (Fette), (2) Aminosäuren (die Abbauprodukte der Eiweiße) und (3) Glukose (ein Monosaccharid, das das Abbauprodukt von komplexen Kohlenhydraten ist, also von Stärke und anderen Polysacchariden). Der Körper verbraucht Energie kontinuierlich, nimmt sie aber nur in bestimmten Zeiträumen auf. Daher muss er Energie zur Nutzung in den Zeiträumen zwischen den Mahlzeiten speichern. Energie wird in drei Formen gespeichert: in Form von Fetten, Glykogen und Proteinen. Der Großteil der Energiereserven des Körpers wird in Form von Fetten gespeichert, relativ wenig in Form von Glykogen und Proteinen (siehe ► Abbildung 13.2). Daher sind Veränderungen im Körpergewicht bei erwachsenen Menschen hauptsächlich eine Folge von Veränderungen im Anteil ihres gespeicherten Körperfetts.

Warum ist Fett die vom Körper bevorzugte Art und Weise, Energie zu speichern? Es wäre zu erwarten, dass Glykogen, das hauptsächlich in der Leber und den Muskeln gespeichert wird, die vom Körper bevorzugte Art der Energiespeicherung ist, da es schnell in Glukose — die wichtigste direkt nutzbare Energiequelle des Körpers - umgewandelt werden kann. Es gibt aber zwei Gründe, warum Fett und nicht Glykogen die wichtigste Art der Energiespeicherung ist. (1) Ein Gramm Fett kann beinahe doppelt so viel Energie speichern wie ein Gramm Glykogen,

(2) Glykogen kann, anders als Fett, beträchtliche Mengen an Wasser anziehen und festhalten. Wenn Ihre Fettkalorien vollständig als Glykogen gespeichert wären, würden Sie bei einem einigermaßen normalen Gewicht deutlich mehr als 275 Kilogramm wiegen.

Magen-Darm-Trakt und Verdauungsprozess

Abbildung 13.1: Magen-Darm-Trakt und Verdauungsprozess. Nicht dargestellt ist das Mikrobiom des Darms, also der Bakterien und anderen Organismen, die im Gastrointestinaltrakt leben und zur Aufspaltung der Nahrung, die wir aufnehmen, beitragen.

Verteilung der gespeicherten Energie bei einer Durchschnittsperson

Abbildung 13.2: Verteilung der gespeicherten Energie bei einer Durchschnittsperson.

 
Quelle
< Zurück   INHALT   Quelle   Weiter >