GUTE NEUIGKEITEN! DIE ERSTE ZEITUNG IST DA!

Die allererste Zeitung gab es in China: ein Nachrichtenblatt mit dem Namen Kaiyuan Za Bao, die 713 zum ersten Mal erschien. Wahrscheinlich gab es aber nur wenige Exemplare, denn die Zeitung wurde vollständig mit der Hand geschrieben - auf Seide.

In Europa erschien 1492 in Italien zum ersten Mal die Venedig-Gazette. Am Anfang bestand sie nur aus einem Blatt, also war es eigentlich noch keine richtige Zeitung. Erst ab 1605 erschienen in Europa regelmäßig Nachrichtenblätter, die in großer Anzahl gedruckt wurden. Die ersten richtigen Zeitungen waren die Relation und die Auisa aus Deutschland. Sie wurden in Straßburg und Wolfenbüttel gedruckt und brachten vor allem Nachrichten aus dem Ausland. Die bekamen sie von ihren Korrespondenten, die überall in Europa lebten.

In den südlichen Niederlanden bekam der Drucker Abraham Verhoeven 1620 von König Albrecht und Königin Isabella die Erlaubnis, eine Zeitung herauszugeben. Allerdings mit einer Bedingung: Er sollte vor allem über die Erfolge des Königshauses berichten. Anfangs druckte Verhoeven ein paar kleine Hefte, aber schließlich wurde es eine richtige Zeitung, die mehrmals pro Woche erschien. Die Seiten waren mit Zeichnungen bebildert. Damals hatte die Zeitung keinen Namen, aber heute ist sie bekannt als Nieuwe Tidinghen.

An vielen weiteren Orten in Europa und in Amerika erschienen im 17. Jahrhundert die ersten Zeitungen. So wurden sie nach und nach zur wichtigsten Informationsquelle für viele Menschen.

IM GOLDENEN KÄFIG

Im 15. und 16. Jahrhundert hatten im Osmanischen Reich die Sultane das Sagen. Der Sultan wohnte in einem prächtigen und geräumigen Palast in Konstantinopel. Im Palast gab es auch einen Harem: eine Gruppe von mehreren hundert Frauen, die vollständig im Dienst des Sultans standen. Nur die schönsten Mädchen und Frauen wurden zum Harem zugelassen. Sie lebten dort zwar in großem Luxus, aber eigentlich waren sie Sklavinnen. Wenn eine junge Frau nicht tat, was der Sultan wollte, wurde sie getötet. Auch die Mutter des Sultans, seine Schwestern und die Dienstmädchen lebten im Harem. Die Sultansmutter stand an der Spitze des Harems. Alle anderen Frauen hatten ihr zu gehorchen.

Männer hatten im Harem nichts verloren. Nur Eunuchen und der Sultan selbst waren zugelassen. Eunuchen waren Männer, die kastriert worden waren, sodass sie keinen Sex mehr haben konnten.

Die Räumlichkeiten des Harems waren prachtvoll ausgestattet und geschmückt. Überall standen Blumen und Grünpflanzen, im Garten stolzierten Pfaue und Störche. Die Ausstattung war schön, aber die Frauen waren eingesperrt. Es war wie ein goldener Käfig.

 
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