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3.1 KompetenzorientierteBlended-Learning-Arrangements

Aus diesen Anforderungen leitet sich die in Abb. 3.1 dargestellte Grundstruktur kompetenzorientierten Blended Learnings ab.

Diese praxis-projektorientierte Konzeption ist als Kompetenz-Entwicklungsprozess gestaltet. Die individuellen Lernprozesse basieren auf Praxisprojekten und

-anwendungen, die jeder Lerner in Absprache mit seiner Führungskraft (Kompetenz-Coach) im Unternehmen mit Unterstützung der Lernpartner und des Lernbegleiters bearbeitet. Die Netzwerkbildung und die Kommunikation finden im Kurs, insbesondere aber über eine Soziale Lernplattform und auch in Workshops statt. Neben themenzentrierten Foren und Webinaren in der Learning Community bieten sich insbesondere Social-Software-Kommunikations-Elemente (Web 2.0), wie

z. B. Blogs und Wikis, an.

Web Based Trainings dienen in diesem Lernkonzept nicht nur dem Wissensaufbau und der Qualifizierung, sondern können über offene, problemorientierte Aufgaben erste kognitive Dissonanzen als Basis intendierter Kompetenzentwicklung erzeugen. Solche kompetenzorientierten Entwicklungsprogramme

Abb. 3.1 Projektbezogene Kompetenzentwicklung mit Blended Learning und Social Learning

• sind nicht das Endprodukt, sondern die notwendige Voraussetzung für Kompetenzentwicklung,

• orientieren sich am Vorwissen und an der Erfahrungswelt der Lerner,

• ermöglichen vielfältige Interaktionen zwischen den Inhalten und dem Lerner, aber auch zwischen den Lernern und Experten (Lernen im Netz),

• geben den Lernern einen Spielraum, selbst zu entdecken, kreativ zu sein und Inhalte selbst zu erstellen,

• beinhalten herausfordernde (Dissonanz erzeugende) Transferaufgaben oder

Projektaufträge,

• ermöglichen bzw. initiieren Feedback auf die Aktionen der Lerner, z. B. in den Workshops und über eine Community of Practice,

• unterstützen die Lerner inhaltlich und methodisch bei der Problemlösung,

• lassen den Lernern die Möglichkeit, ihren Kompetenzentwicklungsprozess weitgehend selbst zu gestalten und zu organisieren,

• werden laufend auf Basis der Arbeitsergebnisse der Lerner über die Personalentwicklung dynamisch weiterentwickelt.

Eine „echte“ Interaktion zwischen Lerner und Lernprogramm, die diesen Anforderungen genügt, ist in der Praxis, meist schon aus Kostengründen, heute noch kaum möglich. Deshalb ist es wichtig, dass Lernprogramme zielorientierte Konflikte induzieren. Dies ist z. B. dadurch möglich, dass über dissonante Übungen und Transferaufgaben aus dem WBT die Lerner in ihrem Erfahrungsbereich eigene Lösungen für Projektoder Praxisherausforderungen entwickeln, die sie in einer Community of Practice analysieren und gemeinsam weiterentwickeln. Damit bewegen sich die Lerner wieder in ihrem gewohnten Bereich der Problembearbeitung. Mit dem Konzept der kontextsensitiven Wissensbasis gibt das Lernprogramm dabei

„minimale“ Hilfe bei der Problemlösung.

 
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