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4.1.4 Lern-Netzwerk

Da das formelle Lernen in fremdorganisierter Form in innovativen Lernsystemen zunehmend an Bedeutung verliert, gleichzeitig die Lernprozesse durch reale Problemstellungen initiiert werden, wandeln sich die Learning Communities zu Communities of Practice [1]. Die Lernkurse erweitern sich damit zu einem Netzwerk.

In Communities of Practice (CoP) wählen die Lerner selbst die Ziele, Inhalte, Strategien, Methoden und Kontrollmechanismen ihrer Lernprozesse und kommunizieren überwiegend über die Soziale Lernplattform miteinander.

Es entsteht damit eine informelle soziale Struktur, die von den Teilnehmern geprägt wird. Häufig werden dabei Web-2.0-Kommunikationsinstrumente genutzt, so dass soziale Lerngemeinschaften entstehen können.

Die Lern-Infrastruktur muss neben diesen Kommunikationsprozessen auch die Möglichkeit bieten, Erfahrungswissen und Erkenntnisse, die bisher gesammelt wurden, bei neuen Herausforderungen oder Projekten wieder nutzen zu können. Deshalb ist ein kompetenzorientiertes Wissensmanagement zu integrieren, welches die Aufbereitung von Erfahrungswissen, z. B. mittels Rapid E-Learning, sowie die Speicherung und das Auffinden der Beiträge und der jeweiligen Experten ermöglicht.

Mit Communities of Practice werden u. a. folgende Ziele erreicht:

Praxisund Lernprobleme werden gemeinsam schnell und kompetent gelöst.

• Die Kompetenzentwicklung der Lerner wird gezielt gefördert.

• Es entwickelt sich ein gemeinsamer Wissenspool aus „User-generated Content“.

• Es entstehen innovative neue Lösungsansätze („Best Practices“).

• Das Netzwerk der Lerner entwickelt sich dynamisch weiter.

Communities of Practice benötigen ein Soziale Lernplattform, die die Kommunikation mit Social Software aktiv unterstützt und die Möglichkeit bietet, das Erfahrungswissen der Teilnehmer strukturiert zu speichern und über Suchfunktionen nutzbar zu machen. Die meisten Lerner nutzen daneben öffentlich zugängliche Communities, insbesondere um Informationen zu erhalten und in der Kommunikation mit anderen neues Wissen zu entwickeln. Diese sind durch eine gemeinsame Verständigungsbasis und vergleichbare Problemstellungen geprägt. Damit entwickelt jeder Lerner sein individuelles Lern-Netzwerk, das er laufend um neue Kontakte, die er in persönlichen Treffen, aber auch virtuell knüpft, erweitert.

  • [1] Vgl. Wenger (1998)
 
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