Menü
Start
Anmelden / Registrieren
Suche
 
Start arrow Erziehungswissenschaft & Sprachen arrow Social Workplace Learning
< Zurück   INHALT   Weiter >

4.2 Social Workplace Learning

Social Workplace Learning basiert auf individuellen Kompetenzentwicklungsprozessen, die durch eine zielorientierte Selbstorganisation der Arbeit und des Lernens innerhalb des Ermöglichungsrahmens geprägt sind (Abb. 4.3.)

Dieser Lernrahmen macht es möglich, dass die Lerner individuelle Lernprozesse mit dem Ziel der selbstorganisierten Kompetenzentwicklung realisieren. Sie verknüpfen dabei formelles, kooperatives Lernen in sozialen Trainings mit informellem, kollaborativem Lernen im Arbeitsprozess (Soziales Lernen).

4.2.1 Didaktisch-methodische Gestaltung

In einem gemeinsamen Entwicklungsprozess mit Personalentwicklern bzw. Kompetenzmanagern und ausgewählten Führungskräften wird ein unternehmensspezifisches Soll-Profil für die jeweilige Zielgruppe entwickelt. Für diese Kompetenzanforderungen gestaltet ein Kompetenzmanagement-Team einen Ermöglichungsrahmen, der aufgrund der Erfahrungen und Rückmeldungen laufend weiterentwickelt wird. Die individuellen Lernprozesse werden von den Mitarbeitern innerhalb dieses Lernrahmens selbstorganisiert gestaltet. Ihre Entwicklungsprozesse werden dabei von Lernpartnern und E-Mentoren (meist obere Führungskräfte der 2. Und 3. Ebene) im Rahmen des Co-Coachings begleitet. Bei Bedarf können die Mitarbeiter Lernberatung im Kompetenzmanagement oder E-Coaching für komplexe Problemstellungen nutzen.

Abb. 4.3 Prozess des Workplace Learnings

In der didaktischen Analyse werden auf der Grundlage von Kompetenzprofilen und systematisch erfassten Kompetenzentwicklungsmöglichkeiten Richtziele definiert, die Kompetenzen anstreben und damit deutlich über die bisherigen, wissensbezogenen Curricula hinausgehen. Diese bilden den Rahmen für die individuellen Zielformulierungen der Mitarbeiter, die jeweils auf ihren persönlichen Kompetenzmessungen basieren. Persönliche Kompetenzziele und individuelle Lerninhalte werden jeweils durch die Lerner in Abstimmung mit ihren Lernpartnern und ihrer eigenen Führungskraft festgelegt. Dabei spielt die regelmäßige Erfassung der Kompetenzentwicklung, sowohl durch Selbstals auch durch diverse Fremdeinschätzungen, eine besondere Rolle, die erst eine dynamische Anpassung der persönlichen Kompetenzziele und Aufgaben ermöglicht.

Die Lerninhalte ergeben sich in einem dynamischen Prozess aufgrund der aktuellen Herausforderungen, die im Führungsprozess zu bewältigen sind, sowie der Vereinbarungen mit dem jeweiligen Vorgesetzten.

Rein inhaltsorientierte Lernziele verlieren in diesem Lernsystem an Bedeutung. Die aktuelle Lernkultur, aber auch Vorgaben von Führungskräften oder zentralen Institutionen machen es jedoch meist erforderlich, nach wie vor den Aufbau eines bestimmten (Fach-)Wissens, evtl. sogar nachweisbar, sicherzustellen. Formelles Lernen findet dabei über viele kleine, problemorientierte Web Based Trainings oder Lern-Videos (Micro Learning) statt, mit denen die Lerner das notwendige Fachwissen aufbauen können und die über entsprechende Aufgaben Reflexionen und den ersten Praxistransfer initiieren. Die Mitarbeiter können diese Inhalte damit bei der Lösung ihrer Praxisherausforderungen bedarfsorientiert abrufen. Über praxisorientierte Freitextaufgaben, die in das jeweilige E-Portfolio der Lerner integriert sind, bauen die Lerner eine Datei persönlicher Lösungen auf, die mit Kommentaren und Ergänzungen durch ihre Lernpartner erweitert sind.

Die methodische Analyse wird vor allem durch die Anforderung geprägt, selbstorganisierte Lernprozesse zu fördern und das Lernen im Netzwerk zu ermöglichen. Hierbei ist ein zielgruppengerechtes Gleichgewicht zwischen steuernder Unterstützung der Lernprozesse durch die Lernbegleiter und der Eigenverantwortung der Lerner zu finden. Das Gleiche gilt für die soziale Flankierung der Lernprozesse.

 
Fehler gefunden? Bitte markieren Sie das Wort und drücken Sie die Umschalttaste + Eingabetaste  
< Zurück   INHALT   Weiter >
 
Fachgebiet
Betriebswirtschaft & Management
Erziehungswissenschaft & Sprachen
Geographie
Informatik
Kultur
Lebensmittelwissenschaft & Ernährung
Marketing
Maschinenbau
Medien und Kommunikationswissenschaft
Medizin
Ökonomik
Pädagogik
Philosophie
Politikwissenschaft
Psychologie
Rechtswissenschaft
Sozialwissenschaften
Statistik
Finanzen
Umweltwissenschaften