Zusammenfassung

Als zentrale Kompetenzen in der Entwicklung des mathematischen Verständnisses bis zum Grundschulalter wurden Zählen und die Bestimmung von Anzahlen, das Teile-Ganzes-Konzept sowie das Erkennen von Strukturen betrachtet. Bei den Analysen wurde deutlich, dass die unterschiedlichen Kompetenzen nicht trennscharf voneinander zu betrachten sind. Zum einen stehen sie in einem wechselseitigen Entwicklungsprozess und zum anderen werden ähnliche Aufgaben je nach Blickrichtung unterschiedlichen theoretischen Konzeptionen zugeordnet. Überlappungen gibt es sowohl zwischen dem eher numerisch gedachten Teile-Ganzes-Konzept und dem Erkennen von Strukturen als auch zwischen Addition und Subtraktion und dem Teile-Ganzes-Konzept.

Insgesamt ist wichtig, dass die Bedeutung der genannten Kompetenzen für die frühe mathematische Entwicklung von Kindern betont wird. In Hinblick auf die in der Schule zu erwerbenden Kompetenzen kann hier von notwendigen Vorkenntnissen gesprochen werden (vgl. 2.2.3), wobei sich alle Kompetenzen auch in der Schulzeit weiterentwickeln und ausschärfen. Sowohl das Zählen als auch das Zerlegen von Zahlen sind Kompetenzen, die in der Schuleingangsphase aufgegriffen und weiterentwickelt werden. „Für den Unterricht kommt es darauf an, den Zahlbegriff vielseitig zu entwickeln und insbesondere das Zählen und Rechnen stets mit Sinn und Bedeutung zu füllen“ (Müller & Wittmann, 1984, S. 179). Im Verlauf des ersten Schuljahres sind die Kinder dann auch aufgefordert, Additionsund Subtraktionsaufgaben zu lösen (Richtlinien und Lehrpläne für die Grundschule in Nordrhein-Westfalen, 2008). Aus didaktischer Sicht sollte dies auf der Grundlage eines möglichst ausgebildeten Teile-GanzesKonzepts und unter Ausnutzung vom Strukturen (am Material oder auf symbolischer Ebene) geschehen – und damit, zum Ende des ersten Schuljahres, nicht (mehr) zählend.

 
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