Konkretisierung für die vorliegende Studie

In der vorliegenden Studie werden die zählend rechnenden Kinder in der Auseinandersetzung mit den Lernumgebungen videographiert und es werden Transkripte zu ausgewählten Szenen erstellt (Beck & Maier 1994). Wie oben beschrieben werden die Fördereinheiten mit Hilfe, in der empirischen mathematikdidaktischen Forschung etablierter, interpretativer Methoden unter Einbeziehung einer epistemologischen Orientierung analysiert. Im Fokus steht dabei die Erhebung der Deutungen zählend rechnender Kinder bei der Bearbeitung von und im Diskurs über verschiedene Aufgaben. In Anlehnung an das Instrument „epistemologisches Dreieck“ (Steinbring 2005) werden Deutungen zählend rechnender Kinder analysiert, wobei insbesondere die Referenzkontexte interessieren, auf die sich zählend rechnende Kinder bei der Deutung von Mustern beziehen und die in der Interaktion mit dem Partnerkind sichtbar werden. Im Hinblick auf die Forschungsfragen werden Deutungen als eher dem zählenden Rechnen oder eher struktur-fokussierende Referenzkontexte ansprechend identifiziert. Deutungsentwicklungen können im Verlauf einer Arbeitsoder Gesprächsphase rekonstruiert werden. Dies erlaubt eine Einsicht darin, welche Deutungen zählend rechnende Kinder, welche ihre Partner von sich aus vornehmen, ob und inwieweit alternative Deutungen aufgegriffen und in der Interaktion verändert werden. Letztlich kann auf diese Weise die Frage beantwortet werden, ob und inwiefern die Interaktion zu einer Erweiterung der strukturfokussierenden Deutungen und damit zur Ablösung vom zählenden Rechnen beiträgt. Querschnittlich können Deutungen zu Zeichen einer Lernumgebung miteinander verglichen werden und so unterschiedliche oder typische Deutungen zählend rechnender Kinder und ihrer Partner herausgearbeitet werden. Als drittes erlaubt die Identifizierung der fokussierten Referenzkontexte eine Analyse der Deutung zählend rechnender Kinder im Verlauf der Förderung.

 
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