Zusammenfassende Deutung der Szene Deutungserweiterung in der Interaktion

Die Szene zeigt, dass die von Medima entwickelte und in der Interaktion nach und nach von Kolja aufgegriffene und gemeinsam weiterentwickelte Idee dekadischer Zahlenbeziehungen von beiden Kindern fokussiert wird. Bereits das gemeinsame Sortieren, vor allem aber das Finden von weiteren Folgen führt bei beiden Kindern zu einer Auseinandersetzung mit den Beziehungen zwischen den Folgen. Hier gelingt es Kolja seine zunächst auf Gleichheit ausgerichtete Sichtweise zu erweitern und strukturelle Analogien nachzuvollziehen, dann selbst zu finden und zu beschreiben. Die erkannten Beziehungen scheinen möglicherweise in ihrer Allgemeinheit angedeutet. Dabei überschreiten sie den bisher vertrauten Zahlenraum. Wie tief das dekadische Verstehen an dieser Stelle ist oder ob es sich eher um ein Nutzen noch nicht vollständig verstandenen Strukturen handelt, kann nicht geklärt werden. Auf dem Hintergrund der Vorerfahrungen der Kinder scheint jedoch eine neue Deutung erstmals eingenommen. Gleichwohl beschränken sich die Kinder, und vor allem Kolja, auf eine erkannte Beziehung, die erst am Ende einer langen Phase der Auseinandersetzung mit dem Material deutlich wird. Dies deutet darauf hin, dass für zählend rechnende Kinder ggf. eine ausführliche Phase der Auseinandersetzung mit dem Material und mehrere Gelegenheiten zur strukturellen Einsicht notwendig sein können. Zudem bleiben viele (Fehl)Vorstellungen unkorrigiert. Angefangen von der fehlerhaften Folge, die Kolja zu Beginn ausfüllt, bis zu den mit unterschiedlichen Konzepten ausgefüllten Folgen von Medima und natürlich auch der mathematisch nicht korrekten Idee der Vervielfachung des Unendlichen.

 
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