Zusammenfassung der Deutungen im Kontext der Ablösung vom zählenden Rechnen

In den Ausschnitten zu diesem Baustein ist zu erkennen, dass Mary ihre Kompetenzen in der strukturierten Anzahlerfassung weiter ausgebaut hat und auch bei nun größeren Anzahlen nicht auf das Abzählen aller Einzelelemente zurückgreift. Gleichwohl nutzt sie das Zählen von einzelnen Punkten oder Zeilen, um größere Einerbzw. Zehneranzahlen zu bestimmen.

Im Rahmen der ausschließlichen Behandlung von Subtraktionsaufgaben, ist Mary in der Lage, Aufgaben des Typs ZE – E am Material darzustellen und die passende Aufgabe zu nennen und als Zahlensatz zu notieren. Dabei scheint sie sowohl zur Ermittlung der Aufgabe also auch des Ergebnisses auf die Darstellung zurückzugreifen. In der Vorbereitung der Abschlussreflexion findet Mary eine passende Aufgabe und nutzt dazu wahrscheinlich die Beziehung zu Aufgaben aus dem Einstieg, d.h. sie erkennt und nutzt die den Aufgaben gemeinsame Struktur (10 + E) – E = 10.

Analysefokus

Rekonstruierte Kompetenzen und Deutungen

Anzahlerfassung

Anzahlerfassung durch Gliederung in Zehner und Einer quasi-simultanes und abzählendes Erfassen der Zehner und Einer

Zahlbeziehung

Zahlzerlegung in Zehner und Einer durch eigenständiges Gliedern der Punktemenge

Operationsvorstellung

Übersetzen von Handlungen in den symbolischen Zahlensatz gelingt

Kernaufgaben

Vermindern zum Zehner wird am Punktefeld abgelesen

Rechenstrategien

Aufgabenbeziehung

Struktur der Aufgaben (10+E) E = 10 scheint erkannt

Unter Rückgriff auf die Darstellung im Punktfeld ist Mary also in der Lage, einfache Subtraktionsaufgaben im Hunderterraum zu lösen ohne vollständig auf zählende Strategien zurück zu greifen. Die Analysen machen deutlich, dass die "einfachen" Aufgaben für Mary noch keine automatisierten Kernaufgaben sind, deren Ergebnis sie abrufen kann oder im Verlauf der Bearbeitung durch Einsicht in die Struktur abrufen lernt. Sie erarbeitet sich an der Darstellung die Lösung der Aufgaben und scheint gegen Ende der Stunde die Aufgabenstruktur zu erkennen.

Didaktische Anmerkungen zu Lernchancen in dieser Stunde

Das Sortieren der Karten zur „Zieldifferenz“ 10 und das Finden weiterer Aufgaben in Kooperation der Schülerinnen (Häsel-Weide et al., 2014, S. 122) wird in dieser Stunde zum Finden einer Aufgabe mit dem Ergebnis 10 für die Reflexion verkürzt. So wird die Gelegenheit, dass die Kinder, durch das Sortieren der Karten weitere Einsichten in die Struktur der Aufgaben des Typs (10 + E) – E = 10 erhalten, nicht weiterverfolgt. Das Potential des Förderbausteins und die möglichen Lernchancen für die Schülerinnen und Schüler werden so nicht voll ausgeschöpft. Dadurch dass Mary und Pia zu Beginn der Arbeitsphase die Aktivitäten, welche die Kinder eigentlich zunächst allein durchführen sollten, bereits gemeinsam gelöst haben, haben sie sich die Gelegenheit geschaffen, miteinander zu arbeiten und von den Ideen der anderen zu profitieren.

 
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