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c) Identitäten

Beim Vergleich von arithmetischen Mustern liegt neben einer strukturfokussierenden Deutung von Zahlen ein häufig erkennbarer Fokus auf Identitäten, d.h. auf gleichen Aufgaben, gleichen Zahlen und gleichen Ziffern. Dies entspricht den Ergebnissen anderer Studien (vgl. 7.3) und ist insofern interessant, da die Partnerkinder sich auf diese Deutung eines Musters im Rahmen einer klassischen Fragestellung wie z.B. „Vergleicht. Was fällt euch auf?“ einließen und diese mit verfolgten. Die Sicht auf Identitäten scheint eine Deutung zu sein, die auch von leistungsstärkeren Kindern leicht wieder eingenommen werden kann, auch wenn sie möglicherweise (auch) eine struktur-fokussierende Deutung einnehmen könnten. Dazu benötigen sie aber ihrerseits eine Anregung oder bringen diese Deutung nicht ein, in der Annahme sich so (besser) mit ihrem zählend rechnenden Partnerkind verständigen zu können.

d) Nutzen von Strukturen / Rechenstrategien

Strukturen werden häufig genutzt, um neue Aufgaben bei einer Weiterführung eines Musters zu finden. Die Struktur wird somit erkannt und kann von den zählend rechnenden Kindern weitergeführt werden. Bei der Lösung dieser Aufgaben nutzen die Kinder jedoch die Zahlbeziehungen, was bei Additionsaufgaben zum Erfolg führt, bei Subtraktionsaufgaben jedoch nicht zwangsläufig. Das Lösen der Aufgaben geschieht auch, ohne Bezug auf die verwandten, bereits gelösten Aufgaben zu nehmen. Der didaktischen Annahme, dass arithmetische Muster wie "Schöne Päckchen" zum Ableiten anregen (vgl. 2.3.1), wird von den Kindern nur zum Teil entsprochen. Selbst wenn die Muster unter Ausnutzung der Strukturen selbst erfunden werden, kann z. T. ein isoliertes Lösen von Aufgaben beobachtet werden. Hier scheint möglicherweise eine gezieltere Anregung zur Anleitung oder ein bewussteres Unterbrechen der automatisierend ablaufenden Verknüpfung von Zahlensätzen mit Zählprozeduren notwendig zu sein.

So lösen die Kinder im letzten Drittel der Förderung Aufgaben, welche in Form eines Zahlensatzes vorlagen und individuell gelöst werden sollten, auch durch zählendes Rechnen. Bei allen fünf begleiteten Kindern sind neben zählenden Strategien alternative Vorgehensweisen zu erkennen, die jedoch im Umfang stark differierten.

 
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