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Konzeptuelle und strategische Überlegungen zum Kulturtourismus in Hagen und Smolensk

Thomas Heinze

Definition Kulturtourismus

Kulturtourismus sollte von einem Kulturbegriff ausgehen, in dem neben den Objekten und Veranstaltungen auf hoher künstlerischer oder historisch bedeutsamer Ebene mit gleicher Aufmerksamkeit und Intensität auch das Gebiet der Alltagskultur Beachtung findet. Dieser Kulturbegriff geht über die kulturellen Institutionen wie z.B. Museen, Theater, Oper oder Konzerte hinaus. Er umfasst gleichermaßen die gebaute Kulturwelt mit z.B. Kirchen, Schlössern und modernen Architekturbauten sowie die historisch gewachsene Alltagskultur mit ihren Traditionen und Bräuchen und darüber hinaus die gegenwärtige Alltagskultur, wie z.B. Altstadtprojekte, Weihnachtsmärkte, Stadtfestivals und -jubiläen, die atmosphärische, urbane Wirkung eines städtischen Milieus.

Der Kulturtourismus definiert sich nach diesen Vorgaben als die schonende Nutzung kulturhistorischer Elemente und Relikte und die sachgerechte Pflege traditioneller regionsspezifischer Wohnund Lebensformen zur Hebung des Fremdenverkehrs in der jeweiligen Region; dies mit dem Ziel, das Verständnis für die Eigenart und den Eigenwert einer Region im Rahmen einer europäischen Kultureinheit zu erweitern und zu vertiefen und zwar durch eine verstärkte Kommunikation zwischen den Bewohnern des europäischen Kontinents und durch eine sachlich richtige und vergleichende Information über die Zeugnisse aus Vergangenheit und Gegenwart am Ort. Diese Definition beschreibt die klassische Form des Kulturtourismus, der mit dem Begriff Authentizität charakterisiert werden kann. Als Gegenpol bzw. Erweiterung zu diesem authentischen Kulturtourismus ist der sog. Erlebnisbzw. Eventtourismus zu verstehen.

 
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