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Vielfalt der Museen

Wenn in Politik, Medien und Öffentlichkeit die Rede von Museen ist, wird zumeist an große Kunstmuseen gedacht. Reine Kunstmuseen machen aber nur etwa 10 Prozent aller Museen aus. Über die Hälfte aller Museen sind kleine Einrichtungen mit weniger als 5.000 jährlichen Besuchen. Kennzeichnend für die heutige Museumslandschaft ist eine Vielzahl von Museumstypen, Größen und Trägerschaften.

Wie neben den Wunderkammern eigene Gemäldegalerien der zumeist fürstlichen Sammler bestanden, so entstanden in der Frühzeit des Museumswesens schon bald neben den öffentlichen Kunstmuseen nach und nach eigene Museen für Archäologie, Geschichte, Ethnologie und Naturkunde. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfuhren bis dahin seltene Museumstypen eine große Vermehrung, darunter vor allem Technikund Gedenkmuseen. Außerdem entstanden neue Museumsarten wie Archäologische Parks, Kinderund Frauen-Museen und Einrichtungen, deren Charakter als Museum umstritten ist, wie Science Center und digitale Museen. Neben den Museen, die verschiedenartige Sammlungen vereinen (wie vor allem viele Landesund Heimatmuseen), gibt es einen Trend zur Spezialisierung: Auch viele kleinere Museen sammeln nicht mehr alles, sondern bilden Schwerpunkte.

Eine weitere Eigenart der neuen Museumslandschaft sind dezentrale Museen, vor allem Industriemuseen: An historischen Orten, z. B. in Fabriken, werden jeweils unterschiedliche Spezialthemen dokumentiert. Erheblich zugenommen hat auch die Zahl der Zweigoder Filialmuseen, in denen mit Beständen des „Mutterhauses“ neue Kulturzentren für bisher museumsarme Gegenden geschaffen oder ausgelagerte Themen dokumentiert werden. Das ist der Fall z.B. des kleinen Museums von Klausen (Südtirol), das vielfältige Synergien mit größeren Institutionen gebaut hat und damit eine Reihe von interessanten und qualifizierten Ausstellungen präsentieren kann.

Auch innerhalb klassischer Sammelgebiete ergeben sich neue Objektgruppen, so z. B. Fotografie, Video und Holographie für die Kunstmuseen. Hand in Hand damit geht die ständige Erweiterung des Begriffs „Museumsobjekt“.

Eine neuere Entwicklung ist schließlich, dass zunehmend privatwirtschaftliche Unternehmen eigene Sammlungen zu ihrer Firmengeschichte oder zum Umfeld ihrer Produkte, oft auch Kunstsammlungen, einrichten. Desgleichen werden Ausstellungen, vor allem zur Kunst, von und in privaten Unternehmen gemacht.

Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist das Swarovsky Museum in Wattens (Aut).

 
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