< Zurück   INHALT   Weiter >

Zur räumlichen Identifikation in Hagen

[1]

Der auf den konkreten Gegenstand „Hagen“ bezogenen Datenlage entsprechend sind die bisher bestehenden Kenntnisse eher als Näherungen aufzufassen. Dies ist vorwiegend deshalb für die vorliegenden Zwecke nicht hinreichend, weil im Rahmen dieser Arbeit die konkreten Prozesse räumlicher Identifikation in Hagen von Interesse sind, als was Hagen insgesamt und was als Kultur Hagens wahrgenommen wird, welche Bedeutung dem Konstrukt „Hagen“ insgesamt und den einzelnen Komponenten im Hinblick auf die Identifikation der Bewohner mit der Stadt im Zusammenhang beigemessen wird.

In den vorliegenden Hagener Studien werden weitestgehend bereits vorgegebene Gegenstände und Dimensionen der Wahrnehmung dahingehend überprüft, ob diese (eher) positiv oder (eher) negativ bewertet werden, ohne im Vorfeld zu erfragen, was (kulturell) in Hagen und als was Hagen wahrgenommen wird. Über die derartige Abfrage von Bewertungen ließe sich – eine theoretische Fundierung vorausgesetzt – ggf. die Intensität der Identifikation mit der Stadt quantifizieren, nicht jedoch im Detail und empirisch begründet beschreiben, wovon diese abhängt.

Insofern die Wahrnehmung (und nicht die Bewertung) Hagens untersucht wurde, so geschah dies zum einen auf einem relativ abstrakten Niveau und darüber hinaus weitestgehend dekontextualisiert. Die Ausführungen zur Gegenstandsbestimmung und zum allgemeinen Forschungsstand haben deutlich werden lassen, dass die Komplexität und Interdependenz räumlicher Identitätskonstruktionen zu berücksichtigen ist und dies aufgrund des praktisch orientierten Forschungsziels auf möglichst konkretem Niveau.

Dass die Prozesse und Ergebnisse räumlicher Identifikation in Hagen im Detail und vor allem auch im Zusammenhang bisher noch nicht hinreichend untersucht wurden, ist auch in diesem Zusammenhang in Anbetracht der weitgehend standardisiert konzipierten Erhebungsmethoden naheliegend. Für die vorliegenden Zwecke musste allerdings eine insofern dem Gegenstand angemessene Methodik gewählt werden, als dass durch diese der durch Interdependenzen bedingten Komplexität des Gegenstandes auf möglichst konkretem Niveau Rechnung zu tragen ist.

  • [1] Vgl. Fließ u.a. (2003, 2004 und 2011), Kuß (o.J und 1992), mct (2011)
 
< Zurück   INHALT   Weiter >