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Merkmalsraum der Typologie

Um die verschiedenen Fälle aus der Stichprobe miteinander vergleichen und zu Typen zusammenfassen zu können, müssen Merkmale erarbeitet und ausgewählt werden, auf deren Grundlage die Typologisierung vollzogen werden kann (Merkmalsraum). Grundlage bzw. Ausgangspunkt dieses Merkmalsraumes sind die Begriffe, die den Gegenstand konstituieren (Identifikation/Identität, Raum und Kultur). Hinzu kommen Kategorien, Merkmale, Merkmalsausprägungen und Dimensionen, die sich im Rahmen der empirischen Analyse als für die Beantwortung der Forschungsfrage bedeutsam herausgestellt haben sowie solche Merkmale, die sich aus der Auseinandersetzung mit dem Stand der Forschung als relevant erwiesen haben.

Zunächst wird von dem Typisierungskriterium, das sich aus dem forschungsleitenden Interesse ergibt, nach der Identifikation mit dem Raum gefragt: Liegt räumliche Identifikation vor, d.h., inwiefern lässt sich insbesondere aus dem Gesamtkontext der jeweiligen Gespräche ein tendenziell positiv gerichteter und emotionaler Bezug auf den Raum und ein (mehr oder weniger stark ausgeprägtes) Sich-Gleich-Setzen mit diesem ableiten?

Hinsichtlich der Kategorie des Raumes haben sich die folgenden Fragen als relevant herausgestellt:

Zuund Einordnung: Inwiefern wird die Stadt – auch angesichts der Tatsache, dass diese in zentraler Grenzlage im regionalen Dazwischen liegt – verortet? Inwiefern stellt sich diese Zuordnung als problematisch dar und wie wird die Stadt in den umgebenden regionalen Raum eingeordnet?

Landschaftlichkeit: Inwiefern werden die landschaftlichen Besonderheiten Hagens – insbesondere der Waldreichtum und die Flüsse und Seen – wahrgenommen, bewertet und erlebt?

Bezugsräume: Mit welchen Bezugsräumen (Städte und Regionen) wird die Stadt ins Verhältnis gesetzt und somit verglichen?

Historizität: Wird die Stadt als historisch bedeutsam und interessant wahrgenommen?

gebautes Stadtbild/Materialitäten: In welcher Weise werden städtebauliche Materialitäten im Allgemeinen und das gebaute Stadtbild im Besonderen (Architektur) wahrgenommen und bewertet?

Kulturangebot der Stadt: Wie wird das Kulturangebot der Stadt wahrgenommen, bewertet und genutzt? In welchem Verhältnis stehen hierbei das wahrgenommene Angebot und die eigenen Präferenzen und Wünsche?

Die Kategorie „Kultur“ wurde anhand der folgenden Fragen berücksichtigt:

kulturelle Motive: Welche kulturellen Motive stehen jeweils im Vordergrund?

kulturelle Aktivitäten: Welche kulturellen Aktivitäten werden präferiert, tatsächlich praktiziert und in welcher Intensität?

kulturelle Haltung: Welche kulturellen Haltungen werden gepflegt? Was wird in kultureller Hinsicht und in Bezug auf die Kultur der Stadt für (subjektiv) richtig befunden und gegenüber welchen kulturellen Positionen finden Prozesse der Abgrenzung und der Disqualifikation statt?

Hinsichtlich der Kategorie der „Identität“ wurden als bedeutsame Differenzierungsfaktoren die folgenden untersucht:

Metamotiv: Welches Bündel an Metamotiven – verstanden als grundsätzliches Handlungsund Bewertungprogramm – lässt sich aus dem Interviewmaterial ableiten?

Fremdsicht: Wie wird die Fremdsicht außenstehender Bezugspersonen und

-gruppen auf Hagen und die Hagener wahrgenommen? Welche Bedeutung wird dieser Fremdsicht beigemessen?

der Hagener: Wie wird der 'typische' Hagener qualifiziert und in welchem Verhältnis steht der Typus selbst zum 'Hagener'?

Identitätsarbeit/Präsentation: Inwiefern ist die Arbeit an bzw. die Präsentation der eigenen Identität von Bedeutung hinsichtlich der räumlichen Identifikation?

Diejenigen Faktoren räumlicher Identifikation, die sich aus der gesichteten Fachliteratur ergeben und im Rahmen der Analyse als erklärungskräftig herausgestellt haben sind:

Bindung: Wie stark und welcher Art ist die Bindung an den Raum?

raumbezügliches Wissen: Existiert weitergehendes Wissen bezüglich des Raumes und wenn ja: wie viel und welcher Art?

raumbezügliches Engagement: Inwiefern (Art und Ausprägung) wird sich in Bezug auf den Raum engagiert?

Mobilität: Wie stark und welcher Art ist die Mobilität und welche Bedeutung kommt dieser beim jeweiligen Typus zu?

Schließlich wurden die folgenden soziostrukturellen Merkmale berücksichtigt:

• Alter

• Bildung

• beruflich-biographische Etappe

• Kinder unter 19 Jahren im Haushalt lebend

• Wohndauer

 
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