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Der Nicht-Identifizierer

Das in erster Linie wesentliche Charakteristikum der Nicht-Identifizierers ist dessen nicht vorhandene bzw. äußerst schwach ausgeprägte räumliche Identifikation

– unabhängig von der räumlichen Bezugsebene (Gesamtstadt, Teil der Stadt oder Region).

Der Nicht-Identifizierer ist gekennzeichnet durch eine oftmals virulente Differenz von Anspruch und Angebot. So fällt die regionale Zuordnung Hagens, die bedeutsam ist für die Identifikation (von) des Raumes insgesamt, schwer – gleichzeitig wird die Möglichkeit der Zuordnung aber subjektiv als wichtig eingestuft und nicht als bedeutungslos abqualifiziert. Auch besteht diese problematische Differenz bezüglich des kulturellen Angebotes, das die Stadt bietet, einerseits und den kulturellen Ansprüchen des Nicht-Identifizierers andererseits.

Ebenfalls die Identifikation (von) der Stadt Hagen betreffend ist auffällig und charakteristisch, dass die Wahl der Bezugsräume, mit denen Hagen ins Verhältnis gesetzt wird, dazu führt, dass Hagen in einem schlechteren Lichte dasteht.

In kultureller Hinsicht zeichnet sich der Nicht-Identifizierer durch eine vergleichsweise prätentiöse Haltung bei gleichzeitig relativ geringem Aktivitätsgrad aus. Während hoch-kulturelle Präferenzen bestehen, die aber recht wenig intensiv ausgelebt werden, werden nicht-hochkulturelle, insbesondere volkskulturelle Aktivitäten und Angebote sowie diejenigen typerschweise an diesen Partizipierenden abgelehnt.

Der Nicht-Identifizierer legt relativ großen Wert auf die Fremdsicht relevanter Außenstehender und ist ein vergleichsweise intensiver Identitätsarbeiter, d.h., dass die Präsentation des Selbstbildes einen starken Einfluss auf die Prozesse räumlicher Identifikation ausübt.

In soziostruktureller Hinsicht sind vor allem das Vorhandensein von Kindern und Wohneigentum von Bedeutung für die Prozesse räumlicher Identifikation beim Nicht-Identifizierer. Während die Kinder als Mobilitätsund Aktivitätseinschränkung fungieren, kann das Wohneigentum als negativer Bindungsfaktor (im Sinne eines 'Angekettet-Seins') gedeutet werden.

 
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