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Regionale Zuund Einordnung

Explizit wird in der Imagebroschüre die Thematik der regionalen Zuund Einordnung aufgegriffen. Dort heißt es:

„Hagen – Tor zum Sauerland oder Tor zum Ruhrgebiet? Eine Identitätskrise haben immer andere in diese Frage interpretiert.“

„Hagens Horizont endet weder im Sauerland, noch im Ruhrgebiet. Die internationalen Geschäftsbeziehungen untermauern, dass dieses Stück Westfalen kosmopolitisch ist.“[1]

Ob, wie es dort heißt, mit der Frage nach der regionalen Zuordnung allein eine von Außen attestierte „Identitätskrise“ verbunden ist[2] oder auch nicht, ist auf Grundlage der Ergebnisse der Typologie schon weniger eindeutig zu verneinen, zumal diese beim Nicht-Identifizierer aufscheint und auch durchaus als problematisch wahrgenommen wird, letztlich also hinsichtlich der Identifikationsprozesse Wirkung entfaltet. Dass im Übrigen die betreffende Frage letztlich doch von Bedeutung zu sein scheint (und zwar auch für die Verfasser der Broschüre selbst), ergibt sich schlicht schon daraus, dass sie aufgegriffen wird[3] und zudem auch ein Vorschlag unterbreitet wird, diese aufzulösen. So scheint auch den Verfassern daran gelegen zu sein, eine regionale Zuordnung zu treffen, denn, wie im zweiten Teil des Zitates formuliert, wird Hagen als „Stück Westfalen“, an anderer Stelle auch als „westfälische Großstadt“[4] bezeichnet.

Vermutlich muss die Möglichkeit, eine regionale Zuordnung zu treffen, nicht zwangsläufig zu einem Mehr an Identifikation führen, jedoch erleichtert – und im Extremfall: ermöglicht – eine griffige, leicht zu kommunizierende regionale Einordnung die Identifikation von und mit dem Raum. Dies entspricht auch den begrifflichen Vorarbeiten, denen gemäß schon allein die Bezeichnung (von etwas als etwas) ein notewndiges Kriterium der Identifikation ist.

Die Frage nach der regionalen Zuordnung mag auf den ersten Blick überflüssig erscheinen, kann aber die räumliche Identifikation unterstützen. Insofern erscheint es durchaus als sinnvoll, hierauf von städtischer Seite einzugehen – was ja offensichtlich auch getan wird. Ob die Alternative „Westfalen“ bzw. „westfälisch“ tragfähig ist, ist nicht abschließend zu beurteilen. Jedenfalls scheint es insgesamt ratsam, die Zuordnungsthematik im Blick zu behalten und nicht als unwesentlich zu behandeln.

  • [1] Stadt Hagen (2011b), S. 44 und S. 26
  • [2] Auch in den Interviews wurde diese Frage gestellt und manchmal auch mit einer gewissen Verwunderung oder gar Verärgerung aufgenommen. Das belegt allerdings nicht unbedingt, dass die regionale Zuordnung für die räumlichen Identifikationsprozesse für alle Hagener nicht von Bedeutung ist. Hierfür spricht auch, dass diejenigen, die in der Zuordnungsthematik keine Problematik sehen, sich identifizieren, während diejenigen, die hierin eine Problematik sehen, sich nicht identifizieren
  • [3] Und dass die Antwort auf diese Frage von Interesse ist, wird auch dadurch belegt, dass sie im „Fragebogen zum Image der Stadt Hagen“, der von Interessierten im Internet auf den Seiten der Stadt ausgefüllt werden kann, mit inbegriffen ist, vgl. Stadt Hagen (2010)
  • [4] Stadt Hagen (2011b), S. 55
 
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