< Zurück   INHALT   Weiter >

Landschaftlichkeit

Ähnliches gilt auch für die Darstellung der vergleichsweise besonderen Landschaftlichkeit der Stadt:

„Hagen nämlich ist eine Stadt am Wasser, eine Stadt mit grüner Lunge. Deutlich mehr als die Hälfte der 160 Quadratkilometer Fläche sind grün.

Hagen ist die waldreichste Großstadt Nordrhein-Westfalens. Und eine Stadt, in der das Wohnen am Wasser Lebensqualität bedeutet […]. Kurz: Sie leben dort, wo andere Urlaub machen.“[1]

Während zunächst die Vorzüge, wie sie im Übrigen auch von den meisten Befragten geteilt werden, präsentiert werden, endet die Darstellung mit dem Zusatz „Sie leben dort, wo andere Urlaub machen“ in einer für die Bewohner vermutlich unglaubwürdigen – weil anders erlebten – Überzeichnung der Gegebenheiten. Tatsächlich werden zwar oftmals die Landschaftlichkeit im Allgemeinen und der relative Reichtum an Wäldern und Seen im Besonderen hervorgehoben, oftmals allerdings auch gekoppelt mit dem Verweis darauf, dass das entsprechende Potential von Seiten der Stadt und im Hinblick auf die kulturelle Nutzung desselben nicht hinreichend ausgeschöpft bzw. gepflegt werde. Insbesondere die Formulierung „eine Stadt, in der das Wohnen am Wasser Lebensqualität bedeutet“ ist im Hinblick auf die Kontrastierung mit dem Erleben der Bewohner zu relativieren. So zeigt sich diesbezüglich in einem der Interviews[2], dass das Hervorheben der besonderen Landschaftlichkeit dem Wahrnehmen und Erleben der Bewohner entspricht, zumindest insofern sich in den Interviews hierzu Hinweise finden lassen. Jedoch bezieht sich dies mehr auf das kulturelle Potential der Stadt und nicht auf dessen Nutzung. Letztlich differieren die aus Wahrnehmung und Erleben resultierende Bewertung seitens der Bewohner und die vermutlich am Soll-Zustand orientierte Bewertung des Ist-Zustandes seitens der Stadt maßgeblich.

Städtebauliche Materialitäten

Das gebaute Stadtbild, die städtebaulichen Materialitäten, die sich zur positiven Darstellung eignen, werden hervorgehoben.[3] Ebenso wird aber das potentiell negativ zu bewertende Insgesamt des gebauten Stadtbildes nicht aus der Darstellung ausgeschlossen.[4]

Im Unterschied z.B. zu den oben besprochenen Strategien wird hier ein differenziertes Bild gezeichnet, dass zudem dem Wahrnehmen, Bewerten und Erleben der Bewohner entspricht, insoweit dies im Rahmen der Typologie rekonstruiert werden konnte. Zugleich wird versucht, eventuelle bzw. potentielle Problematiken aufzugreifen, aber ins Positive zu wenden, wie dies weiter oben auch vorgeschlagen wurde.

  • [1] Stadt Hagen (2011b), S. 61
  • [2] Interview 11, S. 1 und S. 2
  • [3] Stadt Hagen (2011b), S. 68
  • [4] Stadt Hagen (2011b), S. 43
 
< Zurück   INHALT   Weiter >