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Atmosphäre und Verhalten im Museum

Das im Museum erforderte Verhalten beschreiben die Schüler so: Nicht rennen, nichts anfassen, leise sein, zuhören („Es war so ruhig, man hörte seine eigenen Schritte.“) Man muss „denken und viel laufen.“ „Wir mussten die ganze Zeit stehen und zuhören. Ich war müde“, erinnert sich ein Gymnasiast (9. Klasse).

„Qualvoll“ nennt das eine Hauptschülerin (9. Klasse), „nervig“ ein Realschüler (8. Klasse). Er entwickelte den Wunsch nach Laufbändern oder einem Museumszug. Einige äußerten den Wunsch, im Museum essen und trinken zu dürfen. „Viele weiße Wände, steril“ meint eine Hauptschülerin (9. Klasse)

Warum er sich bei Kulturveranstaltungen (in diesem Fall im Theater) nicht wohl fühlt, erklärt ein Hauptschüler (9. Klasse) so: „Da sind die Menschen eher älter, da kann man sich nur schwer anpassen. Die machen Witze und alle lachen mit, nur ich versteh gar nichts“. Oder, mit Bezug auf Museumsbesuche: „Da gibt es Leute, die stehen ganz wichtig vor 'nem Bild. Bescheuert ist das.“

In Museen können sich Jugendliche nach ihrem Gefühl nicht frei und ungehindert bewegen. „Die Sicherheitskräfte haben Vorurteile gegenüber Jugendlichen. Man fühlt sich von den Sicherheitskräften stärker beobachtet. Wir haben uns nur etwas angeschaut und wurden gleich angesprochen, dass wir nichts kaputt machen sollen.“ (Gesamtschülerin, 7. Klasse).

Mehr „Action!“ wünscht sich ein Hauptschüler (9. Klasse), „da muss auch was los sein! Mehr Leute!“ Positiv ist einem Gymnasiasten (8. Klasse) die Extraschicht – Nacht der Industriekultur in Erinnerung – als „Veranstaltung, wo mehr los ist“. „Wenn viele Kinder da sind, das ist gut, dann kann man auch ein bisschen lauter sein.“ Eine neunte Gesamtschulklasse moniert dagegen, es sei (bei einem Besuch im Gasometer Oberhausen) zu voll gewesen – offenbar waren mehrere Schulklassen zugleich dort.

Ein Mädchen am Berufskolleg hatte die Idee, Künstler bzw. Kuratoren in die Schule zu holen: „Die sollen persönlich in den Klassen vorbeikommen und ihre Sachen präsentieren, dann kann man auch was fragen zur Austellung und so“, schlägt ein Mädchen vor. Daraus spricht auch der Wunsch, sich auf Ausstellungsbesuche vorzubereiten.

 
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