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Erlebnisse schaffen

Eine Reihe von Hagenern erhofft sich von Kulturveranstaltungen vor allem Unterhaltung, Entspannung und die Möglichkeit, soziale Kontakte zu festigen. Kulturelle Veranstaltungen werden als Gemeinschaftserlebnis gesehen oder als „etwas Besonderes“ – als einen Anlass, zu dem man sich zum Beispiel auch besonders hübsche Kleidung anzieht. Viele Eltern würden Museumsbesuche gern dafür nutzen, Zeit mit der Familie zu verbringen, etwas gemeinsam zu unternehmen, ins Gespräch zu kommen. Auch Jugendliche äußern den Wunsch, sich im Museum „normal“ verhalten zu dürfen, nicht nur zuhören zu müssen, sondern auch einmal selbst aktiv werden zu dürfen. Sie haben in Museen immer dann positive Erfahrungen gemacht, wenn sie mit allen Sinnen angesprochen wurden und die Dinge begreifen konnten. All diese Ansprüche lassen sich unter dem Begriff „Erlebnisorientierung“ summieren.

Kulturelle Veranstaltungen mit Event-Charakter schaffen es, kulturelles und soziales Erleben miteinander zu verbinden. Klassische Beispiele dafür sind Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Museen, die Theaternacht, Offene Ateliers, Festivals, Tage der Offenen Tür, Single-Treff im Museum, besondere Angebote für Senioren (z.B. Erzähl-Café) oder besondere Führungsformate. Ein Museumsbesuch wird zum Event, wenn damit ein gastronomisches Angebot verbunden ist, wenn der Besuch unter einem bestimmten Thema steht, und wenn die Besucher Gelegenheit bekommen, sich für den Anlass besonders zu kleiden oder sich mit jemandem zu verabreden. Die Betrachtung von Kunstwerken wird eingebettet in eine insgesamt sinnlichere Erfahrung – die Kunstbetrachtung wird zum Kunstgenuss. Die Besucher dürfen nicht nur schauen und lesen, sondern auch etwas anfassen, selbst ausprobieren, vielleicht mitnehmen.

 
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