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Vermittlung

Vermittlung im Museum geschieht traditioneller Weise über Text und Sprache. Jugendliche erklärten, dass die Museumstexte häufig schwierige Formulierungen und fremde Worte enthalten, die ein Verstehen erschweren. Der Audioguide fand wenig Anklang bei den Schüler. Ihre Begründung war, dass wenn sie Fragen haben er ihnen nicht antworten kann. Ähnlich wie bei den Ausstellungstexten wurden auch die gesprochenen Texte häufig als schwer verständliche empfunden.

Führungen wurden von den Schülern gewünscht, jedoch haben viele sie in der Vergangenheit häufig als langweilig und langatmig erlebt. Einige Jugendliche kritisierte Führungen, bei denen zu lange Informationen und Erklärungen weitergegeben wurden und es keine Möglichkeit gab Fragen zu stellen. Eine Gesamtschülerin bemerkte „Es wurde zu lange geredet bei der Führung.“ Die 11. Klasse eine Berufskolleg kritisierten ihre Führung durch eine Pop Art Ausstellung im Museum Ludwig in Köln. Die Museumsmitarbeiterin habe sich sehr lange an nur wenigen Ausstellungsobjekten aufgehalten ohne neue Informationen an die Schüler weiter zu geben: „Wir haben nur acht Bilder gesehen, dabei gab es so viel zu sehen!“, „Die Führerin hat viel geredet, Dinge, die wir schon aus dem Unterricht wussten.“

Nicht selbst wählen zu können, was sie sich anschauen möchten kritisierte ein großer Teil der befragten Jugendlichen. „Ich fühlte mich bedrängt, dass ich zuhören muss und da stehenbleiben muss, obwohl ich woanders hin wollte“, sagt ein Gymnasiast (9. Klasse).

Andererseits wird ein Museumsbesuch auch nicht besser dadurch, dass keinerlei Informationen vermittelt werden. Eine Hauptschülerin der 9. Klasse sagte:

„Ich finde Führungen besser, da wir dann nicht selber lesen müssen“. Es hängt stark von der Konzeption der Führung ab, wie sie die Jugendlichen erleben. Die Herausforderung einer guten Museumsarbeit liegt darin, sich am Vorwissen und den Interessen der Jugendlichen zu orientieren – das gelingt nicht jedem Museumsmitarbeiter gut. Darüber hinaus sollte sich der Museumsmitarbeiter weniger als Lehrmeister und mehr als Gesprächspartner verstehen und auf die Fragen und Wünsche der Schüler – auch bei der Objektauswahl – eingehen. Besonders in Kunstmuseen wünschen sich Jugendlichen Ansprechpartner vor Ort, da ihnen nach eigener Aussage der Zugang zur Modernen Kunst schwer fällt.

Eine 9. Klasse einer Gesamtschule hatte die Ausstellung „Magische Orte“ im Gasometer Oberhausen besucht und dort eine Rallye absolviert. Die Rallye kam bei den Schülern nicht gut an: „Da rennt man dann halt rum, aber man kann sich gar nicht auf die Sachen konzentrieren.“ Offenbar war der Fragebogen zu umfangreich und die Ausstellungsräume recht groß. Die Schüler hatten auch ohne Führung nicht die Möglichkeit in ihrem eigenen Tempo durch die Ausstellung zu gehen und von ihnen ausgewählte Objekte zu beschauen.

 
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