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2.4 Fazit

Die dargestellten historischen Entwicklungslinien, Überlegungen zur Verbindung von Politikwissenschaft und Regionalforschung sowie Debattenstränge prägen auch in verschiedener Hinsicht die nachfolgenden elf Länderkapitel. Jede der Fallstudien beabsichtigt mit Hilfe des Instrumentariums der vergleichenden politischen Systemanalyse und eingebettet in eine knappe Darstellung des historischen Kontexts der Systementwicklung dreierlei herauszuarbeiten: 1) die Grundstrukturen von Verfassung, Regierungssystem und Staatsaufbau; 2) zentrale Funktionsmerkmale des politischen Prozesses und die Rolle politisch relevanter Akteure (Parteien, Verbände, Zivilgesellschaft) sowie 3) das Zusammenspiel von Staatstätigkeit, Regierungshandeln und politischer Stabilität. Für die „jungen“ Demokratien in der Region kreisen die Analysen letztlich um die Frage, ob ein stabiles und akzeptiertes (d. h., „legitimes“) demokratisches Regime entstanden oder im Entstehen begriffen ist. Bei den Autokratien – die Mehrzahl der hier untersuchten Fälle – gilt das besondere Interesse hingegen der Frage, wie es um die Stabilität und das politische Überleben der Regime bestellt ist. Um die Vergleichbarkeit der Länderkapitel zu gewährleisten, liegt den Einzelanalysen eine weitgehend identische Gliederung zugrunde. Konkret bedeutet dies, dass zunächst eine knappe Darstellung der historischen Entwicklung der heutigen politischen Systeme sowie ihrer aktuellen und perspektivischen Herausforderungen geboten wird. Darauf folgt die Darstellung von drei zentralen Strukturbereichen der polity: Verfassung, Regierungsund Rechtssystem. Im Anschluss werden Entwicklung und Bedeutung von Wahlen, die politischen Parteien und Parteiensysteme sowie Staat, Verwaltung und Dezentralisierungsstrukturen diskutiert. Im Falle der kommunistischen Einparteienstaaten Vietnam und Laos beschränkt sich die Analyse naturgemäß auf die Staatspartei sowie das Verhältnis von Partei und Staat („Parteistaat“). Darauf folgt die Analyse der zivil-militärischen Beziehungen, d. h., das Verhältnis von Politik und Militär sowie ggf. die Rolle der Streitkräfte als politischer Akteur (vgl. allgemein: Croissant und Kühn 2011). Anschließend werden Aspekte der politischen Kultur, von Vereinigungen und Formen gesellschaftlicher Selbstorganisation im Bereich der „politischen“ und „vorpolitischen Zivilgesellschaft“ (Pollack 2004) sowie der Mediensysteme dargestellt. Den Abschluss der Kapitel bildet jeweils ein knappes Fazit.

 
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