Durchführung der Pressekonferenz

Bei der Pressekonferenz wird aus jeder Kleingruppe eine Vertreterin/ein Vertreter gewählt, welche/welcher seine Gruppe repräsentiert. Jene Gruppe, die zuvor den Part der Pressesprecherinnen und Pressesprecher übernommen hat, leitet nun die Diskussion. Die anderen Gruppenmitglieder stellen das Publikum dar. All jene Schülerinnen und Schüler, die sich im Publikum befinden, sollen ebenfalls ihre Meinung einbringen und beispielsweise ihre „Partei“ unterstützen. Dies ist allerdings nicht zwingend und es ist auch möglich, sich einer anderen Position anzuschließen oder ihre persönliche Auffassung kundzutun.

Des Weiteren werden aus dem Publikum einige Jugendliche ausgewählt, die sich mit der Dokumentation der Pressekonferenz beschäftigen. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Variante wäre, dass aus jeder Kleingruppe eine Person die vorgebrachten Argumente aufzeichnet und vermerkt, ob diese im Diskussionsverlauf von Bedeutung waren. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die im Publikum sitzenden Schülerinnen und Schüler, die zuvor als Pressesprecherinnen und Pressesprecher recherchiert haben, die neuen Erkenntnisse verschriftlichen. Es ist ebenfalls möglich, dass im Anschluss an die Diskussion ein Zeitungsbericht von jeder Schülerin und jedem Schüler verfasst wird, welcher über die abgehaltene Pressekonferenz berichtet.

Reflexion und Ergebnissicherung

Direkt im Anschluss an die „Pressekonferenz“ ist es wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ein Feedback erhalten, wobei diejenigen, die als Gruppensprecherinnen und Gruppensprecher agierten, die Möglichkeit bekommen sollten zu artikulieren, wie es ihnen im Rollenspiel ergangen ist.

Auch die darauffolgende Unterrichtseinheit, in der die Ereignisse bereits mit etwas Abstand und Distanz betrachtet und reflektiert werden können, sollte sich der Nachbereitung widmen. Einen wichtigen Beitrag zur Reflexion und Ergebnissicherung leistet zudem das Portfolio, das (im Idealfall) den gesamten Lernprozess begleitet hat. Es verschafft nicht nur der Lehrperson Einblicke in diesen Prozess, sondern erlaubt auch den Schülerinnen und Schülern, ihre Lernfortschritte oder auch Probleme zu erkennen und zu analysieren.

In der letzten Unterrichtseinheit können die ehemaligen Gruppen sich noch einmal zusammenfinden, sich über ihre Erfahrungen während des Projekts austauschen, diese reflektieren und dem Plenum in einem kurzen Referat davon berichten. Wichtig dabei ist es, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und sich für den Erfahrungsaustausch Zeit zu nehmen. Als Hilfestellung bietet es sich an, dass den Gruppen auf einem kleinen Handout Leitfragen zur Verfügung gestellt werden. Der Vorteil liegt darin, dass die Gespräche länger und fruchtbarer ausfallen könnten, zumal Antworten wie „es hat eh alles gepasst“ wegfallen würden. Interessant wäre es hier außerdem, Feedback-Fragen für die Lehrperson einzuarbeiten.

Das Feedback kann natürlich auch auf anderen Wegen eingeholt werden (z. B. mit Hilfe von Fragebögen, als Blitzlicht, anhand von Kärtchen, +/− Listen, Fishbowl-Diskussion o. ä.).

In einer abschließenden Plenumsdiskussion ist es sinnvoll, noch einen Bezug zur Gegenwart herzustellen, beispielsweise zur Frage, wie sich die die Immigrationspolitik in Österreich heute gestaltet.

 
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