Vorschläge für den Politikunterricht

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Im Folgenden wird gezeigt, wie sich die politischen Themenfelder, die sich im Theaterstück Jägerstätter finden, im Schulunterricht bearbeiten lassen. Von zentraler Bedeutung für das Unterrichtskonzept sind theaterpädagogische Methoden. Neben den politischen Inhalten, die anhand der Lebensgeschichte Jägerstätters und anhand des Dramas gut von den Schülerinnen und Schülern erfasst werden können, soll auch gezeigt werden, dass der Inszenierung selbst politische Bedeutung zukommt. Die Vorschläge sind für Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 18 Jahren konzipiert.

Bei der Gestaltung des Zeitrahmens haben wir bewusst darauf verzichtet, eine genaue Gliederung anzugeben. Theaterpädagogische Methoden benötigen je nach Klasse unterschiedlich viel Zeit. Manche Gruppen haben bereits Erfahrungen mit dem Theater spielen und können sich daher schneller auf das Geschehen einlassen, während andere etwas mehr Zeit benötigen, um sich mit diesen Methoden vertraut zu machen. Um dem Unterrichtsentwurf dennoch eine grobe zeitliche Struktur zu geben, wurde dieser in drei Sequenzen eingeteilt. Es wird jedoch empfohlen, etwa drei Unterrichtstage für das gesamte Unterrichtskonzept einzuplanen, im besten Fall durchgeführt als Projektunterricht.

Erste Sequenz

Aufwärmen

Manchen Schülerinnen und Schülern wird es anfangs nicht leicht fallen, Themen szenisch darzustellen. Sie sind es möglicherweise nicht gewöhnt, ihren Körper in dieser Form als Ausdrucksmittel zu verwenden. Daher bedarf es einer Vorbereitung durch sogenannte theaterpädagogische Aufwärmspiele.

Auch Augusto Boal, u. a. der Begründer des „Theaters der Unterdrückten“, schreibt, dass es nicht immer ganz einfach ist, sich auf das szenische Spiel einzulassen. Es bedarf der Übung, bevor man sich schauspielerisch in die Öffentlichkeit wagt. Durch eine Vorbereitungsphase können Ängste, Vorurteile und Barrieren abgebaut werden. Für Boal ist es außerdem wichtig, dass dieser Prozess unkommentiert und unbewertet bleibt (Boal 1989, S. 174).

Im Folgenden werden zwei Beispiele für kleinere theaterpädagogische Aufwärmspiele beschrieben:

„,Wer zuletzt ans Ziel kommt, hat gewonnen!' Die Schülerinnen und Schüler und die LehrerIn gehen langsam, mit möglichst großen Schritten, wobei wir jedes Mal den Fuß in Kniehöhe anheben und schwer stampfend aufsetzen. Wir gehen mit dem ganzen Körper. Es ist immer nur ein Fuß am Boden“ (Spindler 2009, S. 84).

Beispiel 2: Verschiedene Untergrundformationen

„Die Schülerinnen und Schüler gehen auf unterschiedlichem Untergrund. Alle laufen – auf dem Eis, im Schlamm oder sind gerade in Hundekot getreten. Die Unterschiede sollen deutlich sichtbar sein“ (Spindler 2009, S. 84).

Je nach Gruppe wird es mehr oder weniger Aufwärmspiele benötigen, bis alle bereit sind, ein Stück weit „aus sich heraus“ zu gehen und Theaterspielen auszuprobieren. Weitere Beispiele können Spindler (2009, S. 83–115) entnommen werden. Nach den Aufwärmspielen folgt mit dem „Statuentheater“ eine weitere theaterpädagogische Übung. Diese soll in die szenische Darstellung einführen.

 
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