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5.1.3 Trilemma-Aufstellungsübung

Am Ende der ersten Sequenz steht ein Trilemma. Vor dieser Entscheidung stand auch Franz Jägerstätter und auch die Schülerinnen und Schüler sollen sich ihr – wenn auch nur in Form einer Simulation – stellen. Damit soll erstens auf die Person Jägerstätter neugierig gemacht werden und zweitens auch eine Identifikation mit dieser Person stattfinden.

Der Ablauf des Trilemmas gestaltet sich wie folgt: Die Lehrperson liest den Schülerinnen und Schülern die Situation vor, woraufhin sich diese zwischen den drei Möglichkeiten entscheiden können – drei Ecken im Raum stehen dafür zur Auswahl. Die räumliche Aufteilung der Jugendlichen wird dazu führen, dass es Gruppenbildungen gibt, die Mehrheiten und Minderheiten, verschiedene Überzeugungen entstehen lassen. Anschließend befragt die Lehrperson einzelne Schülerinnen und Schüler, warum sie sich für diese Möglichkeit entschieden haben und regt so eine Diskussion über die unterschiedlichen Entscheidungsmöglichkeiten und die damit verbundenen Konsequenzen an.

Situation

Es ist Krieg. Es wird für etwas gekämpft, wo du absolut dagegen bist. Du empfindest diesen Krieg also als absolut falsch. Man will dich aber dazu zwingen zu kämpfen. Du hast die Lage genau analysiert und weißt, es bleiben dir nur drei Möglichkeiten.

1. Du sagst, du wirst nicht kämpfen – Du weigerst dich ganz offen. Das bedeutet für dich, du wirst eingesperrt und zum Tode verurteilt. Auch deine Familie hat mit Problemen zu rechnen: Es werden ihnen beispielsweise Beihilfen gestrichen und deine Angehörigen werden von den Leuten in ihrer Umgebung schlechter behandelt und häufig beschimpft. Du hast keine Überlebenschance.

2. Du läufst weg, solange es noch geht und versteckst dich. Du weißt, wenn du gefunden wirst, wirst du sofort und ohne Prozess getötet. Du weißt auch, dass fast alle, die sich verstecken, gefunden werden, weil sie häufig verraten werden. Für deine Familie und Freunde bedeutet das große Probleme. Sie werden von der geheimen Staatspolizei bedroht und gefoltert, weil man herausfinden möchte, wo Du bist. Noch dazu werden deinen Angehörigen beispielsweise Beihilfen gestrichen und sie werden von den Leuten in ihrer Umgebung schlechter behandelt und häufig beschimpft. Deine Überlebenschance liegt bei etwa 10 %.

3. Du entscheidest dich doch, in diesen Krieg zu gehen, obwohl du ihn für absolut falsch hältst. Auch hier gibt es eine Chance zu sterben, diese ist aber lange nicht so groß, wie bei den anderen beiden Möglichkeiten. Du weißt, wenn Du fällst, bekommt deine Familie höhere Beihilfen vom Staat, weil du offiziell als Held giltst. Die Menschen behandeln deine Familie mit Respekt. Deine Überlebenschance beträgt etwa 50 %.

 
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